Wie Pastoren Weihnachten feiern

Thomas und Regine Waack studieren mit den Konfirmanden in der Neudorfer Friedenskirche das Krippenspiel für Heiligabend ein. (Fotos: Jabs)

Eutiner Theologen begehen das „Fest der Liebe“ zwischen Krippenspiel und Christmette.

Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages, wenn ihre Familie ausschläft, ist Zeit für Maren Löffelmachers ganz persönlichen Weihnachtsmoment: „Ich mache es mir im Weihnachtszimmer gemütlich, genieße die Stille und die Aussicht auf ein paar freie Tage“, erzählt die Pastorin der evangelischen Kirchengemeinde Eutin.

Die Adventwochen, die dann hinter ihr liegen, sind eine arbeitsreiche Zeit, es ballen sich Einladungen und Weihnachtsfeiern, das Krippenspiel ist einzustudieren und natürlich läuft auch der gewöhnliche Alltag mit beruflichen und familiären Verpflichtungen weiter. Als Belastung empfindet die zweifache Mutter dies aber nicht. Auch, weil sie sich Inseln schafft: „Ich nehme mir fast jeden Abend die Zeit, die Kerzen am Adventskranz anzuzünden und Ruhe zu finden“, sagt sie. Am Heiligabend steht sie beim nachmittäglichen Familiengottesdienst auf der Kanzel, und um 23 Uhr läuten die Glocken von St. Michaelis zur Christmette, die sie ebenfalls übernimmt. Bleibt dazwischen Zeit für Besinnlichkeit? „Ja“, lautet die Antwort. Auf den Tisch kommt in diesem Jahr Raclette. Und Geschenke gibt es auch: „Ich schenke sehr gern, und ich bekomme auch gern etwas. Dabei spielt die Größe des Geschenkes keine Rolle, wichtig ist, dass man sich Gedanken macht, was den anderen freuen könnte. Und das können durchaus Kleinigkeiten sein“, verrät Maren Löffelmacher. Das eigentliche Familienfest beginnt am ersten Feiertag, die Verwandtschaft ist dann zum Fondue eingeladen. Freiraum, der in einer großen Gemeinde wie Eutin möglich ist, weil man sich die Aufgaben unter den Kollegen aufteilen kann.

Einer dieser Kollegen ist Thomas Waack. Sein Heiligabend beginnt um 9.30 Uhr im DRK-Heim in der Waldstraße, um 15 Uhr hält er in Neudorf den Familiengottesdienst und im Anschluss um 16.30 Uhr die Christvesper. Auch in der Friedenskirche wird die Weihnachtsgeschichte szenisch zu erleben sein: Waack und seine Frau Regine, eine ausgebildete Gemeindepädagogin, haben mit den Konfirmanden ein Krippenspiel mit Gesang eingeübt. „Advent und Weihnachten sind richtig Arbeit – das ist anstrengend, aber sehr schön“, so schildert Thomas Waack sein Empfinden. Besonders aus der Gemeinschaft mit anderen Christen ziehen die Waacks Kraft und Inspiration. Auch deshalb haben sie in Neudorf die „Herbergssuche“ initiiert und eine Marienfigur von Haus zu Haus gehen lassen. Und wenn Thomas Waack nicht selbst predigt, besuchen die Eheleute gern die Gottesdienste der Mitpastoren: „Man nimmt immer etwas mit“, ist ihre Erfahrung.

Beim Fest in familiärer Runde spielt das Singen eine große Rolle: Die beiden erwachsenen Kinder kommen, und gemeinsam mit den drei Enkeln werden die Waacks nach der Bescherung „singen, spielen und erzählen“. Serviert wird Kartoffelsalat mit Würstchen und Obstsalat zum Dessert, auch ein Stollen wurde gebacken. Geschenke gehören dazu: „Das macht Freude, und wir wollen uns gegenseitig eine Freude machen. An Ideen mangelt es nicht“, sagt Regine Waack. Klingt nach einem frohen Fest im Pastorenhaus. AJ

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