Regionalpläne Windkraft veröffentlicht

Die „Goldkarte“ der Windeignungsflächen für das Gemeindegebiet Stockelsdorf: Bis auf die südlichste Fläche zwischen Arfrade und Krumbeck wurden alle Flächen auf Stockelsdorfer Gebiet übernommen. Lediglich die Fläche am Gut Schönkamp, östlich von Curau, wurde verkleinert. (Homepage Gemeinde Stockelsdorf)

Der voraussichtliche Trassenverlauf der 380-kV-Ostküstenleitung wurde bei der Ausweisung nicht berücksichtigt.

Die Katze ist aus dem Sack, das Land hat in der vergangenen Woche die neuen Regionalpläne für Windkrafteignungsgebiete veröffentlicht. Bis auf die Fläche zwischen Arfrade, Krumbeck und der A20 sowie eine kleine Fläche zwischen Klein Parin und dem Pariner Berg wurden alle Flächen berücksichtigt.

Die Gemeinde hatte in ihrer Stellungnahme zu der Neuaufstellung der Regionalpläne im Mai darauf hingewiesen, dass sowohl das geplante größere Umspannwerk als auch die Vorzugskorridore der geplanten Ostküstenleitung über Gemeindebiet erfolgt. Davon betroffen sind alle Flächen bis auf den bereits teilweise in Betrieb befindlichen Windpark bei Obernwohlde. Die Gemeinde hatte deshalb die Ausweisung der übrigen Flächen abgelehnt.

Die Landesplanung hingegen sah die Trassenplanung jedoch nicht als Ausschlusskriterium an. In der Begründung heißt es: „Da dieses Vorhaben noch nicht hinreichend planverfestigt ist, kann dieser Belang nicht als entgegenstehend gewertet werden. Im Rahmen der Abwägung wird es für vertretbar gehalten, die Flächen auszuweisen.“ Um die Belastung der Naturräume möglichst niedrig zu halten, werden diese Flächen jedoch nur als Vorrangflächen für Repowering ausgewiesen.

Das Land startet Ende Dezember mit dem Beteiligungsverfahren, bei dem Betroffene ihre Stellungnahmen zu den Regionalplänen abgeben können. Einzelheiten dazu hat das Land auf seiner Homepage unter http://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Windenergieflaechen/_documents/planentwuerfe_veroeffentlicht.html veröffentlicht. Die Planentwürfe stehen auch auf dem Online-Beteiligungsportal BOB-SH unter https://bolapla-sh.de/ zur Verfügung. Dort können die Stellungnahmen zu den Planentwürfen im Zeitraum vom 27. Dezember bis zum 30. Juni 2017 abgegeben werden.

Außerdem werden die Planunterlagen einen Monat lang bei den Kreisen, kreisfreien Städten, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und kreisangehörigen Städten ausgelegt. Ort und Zeit der Auslegung werden von den Kommunen örtlich bekanntgemacht. HÖ

Diese Flächen betreffen Stockelsdorf:
Potenzialfläche OHS 74 nordöstlich von Malkendorf: Die Größe wurde auf Ratekauer Gemeindegebiet von 85,3 auf 78,2 Hektar verkleinert, um eine potenzielle Gefährdung von Großvögeln auszuschließen. Entlang der Gemeindegrenze verläuft der Vorzugskorridor der 380- kV-Leitung über die Fläche.

Potenzialfläche OHS 78 östlich des Gutes Schönkamp: Die Größe wurde um vier auf 51,4 Hektar verkleinert, um eine potenzielle Gefährdung von Großvögeln auszuschließen. Die mögliche Erweiterung des Golfplatzes wurde nicht berücksichtigt.

Potenzialfläche OHS 79 östlich der L184 nördlich von Pohnsdorf: Die Fläche hat eine Größe von 37,9 Hektar und wird von der Vorzugstrasse der 380-kV-Leitung gequert.

Potenzialfläche OHS 80 Windpark Obernwohlde: Hier sind auf einer Fläche von 37,6 Hektar bereits fünf Windkraftanlagen in Planung. Für diese Fläche gibt es einen gültigen Bebauungsplan der Gemeinde.

Potenzialfläche OHS 81 westlich der L184 nördlich von Pohnsdorf: Die 88,4 Hektar große Fläche wird von der Vorzugstrasse der 380-kV-Leitung gequert beziehungsweise berührt.

Potenzialfläche OHS 306 südlich von Horsdorfer Felde zwischen Klein Parin und Pariner Berg: Die 18,7 Hektar große Fläche wurde aufgrund des Gefährdungspotenzials für Großvögel vollständig gestrichen. (nicht auf der Goldkarte verzeichnet) Potenzialfläche SEG 28 Windpark Obernwohlde Cashagen: Auf dem 220,8 Hektar großen Gebiet befinden sich bereits sechs Anlagen in Betrieb, weitere neun Anlagen sind geplant. Für Stockelsdorfer Gebiet gibt es einen gültigen Bebauungsplan.

Potenzialgebiet STO 1 zwischen Arfrade und Krumbeck nördlich der A20: Das 92,1 Hektar große Gebiet wurde gestrichen, da es Kompensationsflächen für die Eingriffe der A20 beinhaltet.

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