Das neue Reetdach ist erst der Anfang

Am vergangenen Freitag wurde damit begonnen, das marode Reet vom Dach zu reißen. (KG)

Das Dach der Kleinen Waldschänke in Klingberg wird erneuert – 2017 soll auch die Heizung modernisiert werden.

Wer derzeit an der Kleinen Waldschänke in der Seestraße/Ecke Uhlenflucht in Klingberg vorbeikommt, der könnte glauben, dass das reetgedeckte Gebäude von einem Wirbelsturm getroffen wurde. Doch das ist nicht der Fall, denn das Reetdach ist in die Jahre gekommen und wird nun erneuert. Mit sechs Mitarbeitern war Werner Mecklenburg von der gleichnamigen Firma aus Schönberg in Mecklenburg angerückt, um am Freitag das marode Reet vom Dachstuhl zu entfernen. Vor Wind und Regen wurde die Kleine Waldschänke anschließend mit Planen abgedeckt.

Voraussichtlich eine Woche wird es dauern, bis die rund 120 Quadratmeter große Dachfläche wieder mit neuem Reet eingedeckt ist. Dabei sind Handarbeit und gutes Wetter gefragt. Anders als bei Dachpfannen kann Reet nur bei trockenem Wetter verarbeitet werden. Das Reet stammt aus der Ukraine. „Der letzte Winter war einfach zu mild, sodass mit dem Reet aus Deutschland nicht viel anzufangen ist. Reet braucht ordentlich Frost und muss außerdem ausgereift sein“, erklärt Firmeninhaber Werner Mecklenburg, der für seine Arbeit nur beste Reetqualität verwendet, denn mindere Qualität ist stärker durch Pilzbefall gefährdet. Ohnehin sei die Lebensdauer eines Reetdachs durch schädliche Umwelteinflüsse nicht mehr so lang wie früher. Gut 45 Jahre sollte das neue Dach der Kleinen Waldschänke aber dennoch halten.

Die Kosten für das neue Dach belaufen sich auf rund 16000 Euro. Eine Summe, die der Verein Kleine Waldschänke e.V., dem das Gebäude gehört, aufbringen muss. Dabei haben das Land mit Zuschüssen in Höhe von 10000 Euro und die Gemeinde Scharbeutz mit 5000 Euro dem kleinen Verein ordentlich unter die Arme gegriffen. Weitere Gelder stammen von Einzelpersonen und Organisationen, die ebenfalls gespendet haben.

„Wir sind sehr glücklich über die großzügige Unterstützung“, freut sich Vereinsvertreter Peter Kappel. „Denn mit dem neuen Dach allein ist es noch nicht getan. Im nächsten Jahr müssen wir eine neue Heizung in das Gebäude einbauen, und auch das wird kostspielig werden.“

Im Januar soll das neue Dach dann im Rahmen einer Feierstunde offiziell eingeweiht werden. KG

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