Noch einmal Heiligabend erleben …

Koordinatorin Hannelore Radloff (links) und Hospizhelferin Gabriela Kastner-Riegert sind schon seit zehn Jahren für die Hospizinitiative tätig. (vg)

Hospizinitiative Eutin unterstützt Sterbende und Angehörige auch in der Weihnachtszeit.

Die Helfer der Hospizinitiative Eutin haben wahrlich keine leichte Aufgabe. Die Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen kostet ein Höchstmaß an Empathie und Einfühlungsvermögen – gerade in der Weihnachtszeit, wenn sich besondere Gefühle Bahn brechen.

„Direkt für den Heiligabend haben wir eigentlich relativ wenig Anfragen. Das liegt auch daran, dass Verwandte und Freunde an Feiertagen mehr Zeit haben, sich um ihre Angehörigen zu kümmern“, sagt Hospizfachkraft Hannelore Radloff. Sie koordiniert seit zehn Jahren gemeinsam mit Martina Wendler die Einsätze des ambulanten Hospizdienstes und bringt Betreute und Betreuer zusammen. Dabei hat sie auch stets ein Auge darauf, dass die Hospizbegleiter nicht überfordert und Weihnachten nur dann eingesetzt werden, wenn tatsächlich Zeit ist. „Das ist gerade an Feiertagen nicht ganz ohne, denn unsere Ehrenamtler haben selbst Familie, und die ist oft Grundlage ihres Engagements. Weihnachten müssen sie etwas von ihrer Familie haben.“

In diesem Rahmen kommen die Hospizbegleiter zu jedem Betroffenen in sein Zuhause, ins Pflegeheim oder Krankenhaus. Sie sprechen mit dem Sterbenden über Sorgen und Ängste, aber auch über das, was ihn freut und sein Leben lebenswert macht. Und sie bieten den Angehörigen und Freunden in der schweren Zeit des Abschiednehmens Unterstützung an. So wird Sterbebegleitung manchmal schon ein Stückweit zur Trauerbegleitung.

„Für viele Betroffene ist Weihnachten auch ein Ziel, das sie erreichen möchten. Noch einmal mit der Familie feiern, noch einmal Karpfen essen. In den Gesprächen kreisen viele Gedanken um die Frage, ob man das Fest noch erlebt. Oft klammern sich Betroffene so sehr an Weihnachten, dass dann, wenn nach den Feiertagen erst einmal nichts mehr kommt, der Lebensmut ganz schnell erlischt“, berichtet Hospizhelferin Gabriela Kastner-Riegert. Meistens haben es Hospizbegleiter mit älteren Leuten zu tun. Jüngere Menschen und ihre Familien schrecken oft davor zurück, die Hilfe der Hospizinitiative in Anspruch zu nehmen, „weil man sich dann ja mit der eigenen Endlichkeit auseinandersetzen muss“, so Hannelore Radloff. Doch selbst in der schönsten Zeit des Jahres führt kein Weg daran vorbei, die Themen Sterben und Trauer als Teil des Lebens zu begreifen. »Die Hospizinitiative sucht weitere ehrenamtliche Hospizbegleiter. Ein Befähigungskurs beginnt am 14. Januar. Infos gibt es unter Telefon 04521/790776 und www.hospizinitiative-eutin.de.

vg
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