Welt-Aids-Tag: „Positiv zusammen leben“

Kondome bleiben zum Schutz vor der Erkrankung das Mittel der Wahl.

Seit der Entdeckung Anfang der 1980er Jahre ist HIV/Aids eine der bekanntesten, aber auch eine der bedrohlichsten Infektionskrankheiten, weil weder ein Heilmittel noch eine Schutzimpfung gegen das Virus in Sicht ist.

Nicht nur im weltweiten, sondern auch im westeuropäischen Vergleich sind die Zahlen in Deutschland auf relativ niedrigem Niveau. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lebten Ende 2015 rund 84700 Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland. Der Schätzung nach haben etwa 13000 von ihnen keine Kenntnis von ihrer Infektion. Die Zahl der geschätzten Neuinfektionen im Jahr 2015 liegt bei 3200 Fällen.

Mehr als 90 Prozent der Neuinfektionen in Deutschland werden auf sexuellem Weg übertragen. Knapp 70 Prozent der HIV-Neuinfektionen im Jahr 2015 erfolgte nach Schätzungen bei Männern, die Sex mit Männern haben; etwa 23 Prozent über heterosexuelle Kontakte. Rund sieben Prozent der Neuinfektionen gehen auf intravenösen Drogenkonsum zurück. Neuinfektionen durch Mutter-Kind-Übertragungen konnten in den vergangenen Jahren auf Einzelfälle reduziert werden.

Eine HIV-Infektion ist nach wie vor nicht heilbar. „Wenn jedoch rechtzeitig eine antiretrovirale Therapie (ART) gegen HIV begonnen und diese konsequent weitergeführt wird, ist die Lebenserwartung HIV-positiver Menschen in Deutschland in etwa die gleiche wie die gesunder Personen“, erläutert Hartmut Evermann, Sozialpädagoge bei der Lübecker Aids-Hilfe.

Ein großes Risiko im Hinblick auf die Ausbreitung der Krankheit besteht seiner Ansicht nach auch durch die Menschen, die sich nicht testen lassen. Evermann: „Sie rechnen gar nicht damit, dass sie positiv sein könnten und geben so ungeschützt die Infektion an ihre Sexualpartner weiter.“ Dabei muss es sich durchaus nicht immer nur um HIV handeln. Auch Hepatitis A, B, und C, Herpes, Syphilis, Gonorrhö (Tripper) oder Chlamydien gehören u. a. zu den sexuell übertragbaren Infektionen.

„Wir wollen das Bewusstsein stärken, dass Menschen die ein Risiko eingegangen sind und ungeschützten Sex hatten, sich testen lassen. Die HIV-Tests sind beim Arzt, aber auch anonym für weniger als zehn Euro beim Gesundheitsamt möglich“, erläutert Sibylle Hasenbank, Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin bei der Lübecker Aids-Hilfe.

Um sich selber und seine Sexualpartner wirksam zu schützen, ist das Kondom somit das einzige Verhütungsmittel, das bei richtiger Anwendung eine Schwangerschaft, eine Ansteckung mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen weitgehend verhindert. „Daher bleibt die Empfehlung, Kondome zu verwenden, der Grundpfeiler der Prävention und hat nichts an Aktualität verloren“, erinnert Hartmut Evermann. KvD

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