Wie steht es um den Fahrradverkehr in Stockelsdorf?

Für Pendler steht an der Bushaltestelle in der Marienburgstraße ein Fahrradparkhaus zur Verfügung. (HÖ)

Bei einer Veranstaltung der Grünen wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Nutzung des Fahrrades gefördert werden kann.

Viele Fahrradfahrer in Stockelsdorf fühlen sich unsicher, vor allem die Ahrensböker und die Morier Straße ist ihnen ein Dorn im Auge. Das wurde auf der Veranstaltung „Grüne im Gespräch“ zum Thema „Wie weiter mit dem Verkehr?“ deutlich.

Der Stockelsdorfer Ortsverband der Grünen hatte zu der Veranstaltung den Verkehrsexperten Stefan Luft von der Urbanus GbR in Lübeck und Martin Brüning als Vorstandsmitglied des ADFC in Lübeck eingeladen. Beide sehen durchaus Handlungsbedarf in Bezug auf den Radverkehr. „Der Verkehrsentwicklungsplan ist noch relativ jung, aber sehr straßenlastig“, befand Luft und kritisierte, dass bei Radwegen kein Bedarf gesehen wird.

Im Hinblick auf klimafreundliche Mobilität erklärte Luft, dass der Verkehr rund 25 Prozent der CO2-Emissionen ausmache und vorrangig von Privatfahrzeugen stamme. Alle könnten also dazu beitragen.

„Weniger Verkehr bedeutet auch mehr Sicherheit, mehr Lebensqualität und weniger Schadstoffe und Lärm.“ Verkehrsberuhigung könne beispielweise durch so genannte shared space entstehen. Das bedeutet, dass sich Fahrradfahrer und Autoverkehr die Straßenräume teilen. Das erfordert allerdings ein erhöhtes Maß an gegenseitigen Rücksichtnahme, die in der Straßenverkehrsordnung übrigens ausdrücklich gefordert wird.

Brüning erklärte, wie der Radverkehr gefördert werden könnte. Das könnte über Radschnellwege, Fahrradstraßen, aber auch durch die Freigabe von Einbahnstraßen und durchlässigen Sackgassen sowie Radwegen durch Grünanlagen oder beispielsweise auf dem Bahndamm geschehen. „Die Regel ist laut Straßenverkehrsordnung der Mischverkehr“, so Brüning. Das bedeutet, dass sich Fahrradfahrer und Autoverkehr die Straßen teilen sollen.

Gerade das und die fehlende Rücksichtnahme wird von Bürgern kritisiert. „Ich traue mich die Ahrensböker Straße nicht mit dem Fahrrad hoch“, erklärte eine Zuhörerin, „die Autofahrer sind es gewohnt, da durchzubrettern.“ Viele fordern für die Straße einen Radweg, dafür ist aber zu wenig Platz. ADFC-Vertreter Brüning erklärte: „Auch auf Radwegen ist es nicht sicherer, das ist oftmals nur ein subjektives Empfinden. Wenn alle Fahrradfahrer auf der Straße fahren, dann gewöhnen sie sich wieder daran.“ Frank Matthiesen, der viel mit dem Fahrrad auf Stockelsdorfs Straßen unterwegs ist, sieht einen hohen Nachholbedarf. „Die Bürger werden oft allein gelassen bei der Frage, wo darf ich fahren.“ Sobald ein Radweg mit dem blauen Schild ausgewiesen sei, bestehe der Zwang auch dort zu fahren, erklärte Brüning. Im Rensefelder Weg beispielsweise wurde der Zwang aufgehoben, weil hier der gemeinsame Rag- und Fußweg nicht mehr den Anforderungen entsprach. Hier können Schutzsuchende bei Bedarf auf dem Fußweg unter Rücksichtnahme auf Fußgänger fahren. HÖ

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