Stadt will semistationäre Blitzanlagen sechs Monate lang testen

Die Semistation zur Geschwindigkeitsueberwachung ist unabhängig von der Netzstromversorgung und kann dank Batterien (Akkumulatoren) jeweils etwa eine Woche in einer Baustelle eingesetzt werden. (Jenoptik Ag)

Zwei automatische, mobile Laserfallen werden im kommenden Jahr den Verkehr überwachen. Probeweise.

Autofahrer aufgepasst: Der Papiercontainer am Straßenrand könnte Knöllchen ausspucken. Denn moderne automatische, semistationäre Blitzer sehen – zumindest von der Seite, die zum ankommenden Verkehr zeigt – wie futuristische Sammelbehälter für Altpapier aus. Die Hansestadt wird im kommenden Jahr sechs Monate lang zwei solcher Geräte von unterschiedlichen Anbietern erproben. Das kündigte Innensenator Ludger Hinsen (CDU) im Umwelt-, Sicherheit- und Ordnungsausschuss an.

Damit reagiere die Verwaltung auf den Wunsch vieler Bürger, die sich über zu schnell fahrenden Autos und Lkw vor Schulen, Kitas oder in Wohngebieten beklagen. Fest installierte Anlagen seien jedoch sehr teuer, mobile Radarfallen erforderten zu viel Personal. Die Lösung: Automatische Geschwindigkeitsmessstationen, die auf Rädern beziehungsweise auf Anhängern an den gewünschten Einsatzorten transportiert werden und sonst kein Personal benötigen.

Die Stadt will zuerst die Systeme zwei unterschiedlicher Anbieter erproben: den Jenoptic Traffistar S350 und den Vitronic Poliscan Speed Enforcement Trailer. „Sie können sehr flexibel eingesetzt werden, decken Geschwindigkeiten bis 300 km/h, erfassen mehrere Fahrzeuge und können auch in Kurven messen“, erklärte Egbert Ohlow vom Bereich Ordnung- und Verkehrsdienst der Hansestadt. Die semimobilen Messstationen können maximal eine Woche lang an einer Stelle in Betrieb bleiben, dann ist die Akkukapazität verbraucht, erklärt Ohlow weiter. „Die Miete beträgt 6000 bis 8000 Euro im Monat, aber ich denke, die Geräte werden kostendeckend sein.“ Im Mietpreis sei auch die Versicherung gegen Beschädigungen und Vandalismus inbegriffen.

Die Stadt will zudem den technischen Standard der bereits vorhanden Blitzer erhöhen und beabsichtigt, ihre Fotokameras mit besseren Modelle auszustatten. Bei den Bußgeldern rechnet das Ordnungsamt für das kommende Jahr mit 130000 Euro Mehreinnahmen. SDF

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