Lernen mit der interaktiven Wand

Die Schüler Tom-Leon Kay, Morten Koopmann und Moritz Geßner (v. li.) erproben unter den Augen von Studienleiterin Martina Ide (ALS-Beauftragte) die neue interaktive Wand. (Fotos: Sdf)

Burckhardt-Gymnasium erhält hochmodernes Multimediasystem der Uni Lübeck.

Früher hatten Schulen ein Foyer. Einen etwas größeren, etwas kargen Eingangsraum, in dem meist graue Stellwänden mit buntgemischten Zetteln und Plakaten standen. Im Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium ist es anders. Dort hängen an einer spacig grünen Kunststoffwand vier große interaktive Bildschirme. Und diese experimentellen Geräte vom Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS) der Uni Lübeck machen aus dem Schulfoyer einen Ambient Learning Space, erklärt Dr. Thomas Winkler. „Unter Ambient Learning Spaces werden Lernumgebungen verstanden, in denen modernste digitale Medien in besonderer Weise das Lernen mit hohen Raum- und Körperbezug unterstützen.“ Eines Tages werden wir mit einfachen Gesten überall im Raum Informationen einblenden lassen, ist sich der Wissenschaftler sicher. Bis dahin treffen sich die Schüler des Burckhardt-Gymnasiums gern vor der neuen „interactive Wall“ und betatschen sie. Erfahrungen haben sie bereits mit einer vorherigen Version gesammelt. „Die Wände sind für uns Schüler ganz gut“, sagt Oberstufenschüler Moritz Geßner. „Es gibt wissenschaftliche Sachen zu sehen wie einen geschichtlichen Zeitstreifen, Molekülmodelle, das Planetensystem mit nützlichen Informationen. Und wer sich nicht bilden will, kann auch ein paar Spiele spielen.“

Dank spezieller Apps können Schüler und Lehrer das System mit Referaten, Vorträgen, Texten, Bildern, Fotos, Videos und sonstigen Materialien selbst füllen. Schulleiter Kay Glasneck möchte ALS nicht mehr missen: „Was die Unterrichtspraxis angeht, bringt die interaktive Wand eine größere Vernetzung zwischen Schülern und Lehrern, aber auch zwischen Schule als Schulgemeinschaft und einigen Kursen oder Lerngruppen. Diese Art der Kommunikation und der Verdichtung schätzen wir sehr.“

Seit 2001 kooperiert das IMIS der Uni Lübeck mit dem Burckhardt-Gymnasium. Andere interaktive Systeme haben die Forscher noch in der Prenski-Schule, im Grass-Haus und im Museum für Natur und Umwelt aufgebaut, berichtet Institutsleiter Prof. Michael Herczeg. „Das ist für uns eine Chance, die Dinge, die wir im Labor entwickelt haben, auszuprobieren und zu sehen, wie sie in der Realität funktionieren und Früchte tragen.“ Das Projekt wird seit 2011 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Ihr Ziel: „Wir wollen Medien schaffen, die sich in den Räumen integrieren, die zwischenmenschliche Kommunikation fördern und sich aber auch zurückhalten können.“ SDF

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