Die Geflügelpest breitet sich weiter aus

Ein kleiner Geflügelhof in Lübeck-Ivendorf war als einer der ersten betroffen von der Vogelgrippe. Dort soll der Virus durch Wildvögel eingeschleppt worden sein. (Holger Kröger)

Neue Verordnung dehnt Sicherheitsmaßnahmen auf kleine Halter aus.

Die Geflügelpest breitet sich weiter aus. Am Wochenende waren über 100 Tiere eines privaten Geflügelhalters in Ivendorf getötet worden, nachdem 18 Tiere von der Vogelgrippe befallen worden waren. Ebenfalls am Wochenende griff die Seuche auch auf einen Großbetrieb über: 30 000 Hühner in einer von der Vogelgrippe betroffenen Massentierhaltung bei Schleswig mussten getötet werden. Auch in diesem Bestand war die aggressive H5N8-Variante nachgewiesen worden, die seit einiger Zeit unter Wildvögeln grassiert.

Das Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holsteins gab am Montag bekannt, dass strengere Biosicherheitsmaßnahmen von Donnerstag an auch für kleinere Geflügelhaltungen (unter 1000 Tiere) gelten sollen. Zu den Biosicherheitsmaßnahmen gehört, dass in den Ställen gesonderte Schutzkleidung inklusive Schuhwerk getragen werden muss. Transportmittel wie Fahrzeuge und Behältnisse sind nach jeder Verwendung unmittelbar zu reinigen und zu desinfizieren.

Große wie kleine Geflügelhaltungen müssen vor den Eingängen zu den Stallungen Desinfektionsmatten oder -wannen zur Schuhdesinfektion einrichten, Personen müssen unmittelbar vor Betreten des Stalls Hände waschen und desinfizieren, Hunde und Katzen sind von den Stallungen fernzuhalten.

Alle Maßnahmen dienen der Verhinderung des Eintrages des Geflügelpestvirus. Mit dem Schritt geht das Ministerium über die Vorgaben aus der Geflügelpest-Verordnung des Bundes hinaus.

Nach Angaben der Behörden besteht kein Grund zur Besorgnis, dass das Virus auf den Menschen übergehen könnte. Die zirkulierende Virusvariante ist bisher nicht als gefährlich für Menschen aufgefallen.

Ohnehin gilt der Verzehr von durchgegartem Fleisch oder Eiern als sicher.

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Das Bürgertelefon des Landes ist unter 0431/ 1606666 weiterhin von 9 bis 17 Uhr erreichbar. Geflügelhalter in Lübeck sollen jeden Verdacht auf Erkrankung von Tieren umgehend der städtischen Veterinärbehörde unter 0451/ 122-1213, -3969 oder der Leitstelle der Feuerwehr unter Nummer 112 zu melden.
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