70 Jahre Universitätsgesellschaft in Eutin

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Dr. Helgard Krupke ist seit vier Jahren Leiterin der Eutiner Sektion der Universitätsgesellschaft. (vg)

Die Sektion Eutin der Universitätsgesellschaft Schleswig-Holstein feiert Geburtstag.

70 Jahre? „So ganz stimmt das Alter nicht, aber kann es schaden, sich etwas jünger zu machen, wenn man noch voller Kraft und Elan ist?“, fragt Sektionsleiterin Dr.

Helgard Krupke. Eines steht jedenfalls fest: Die Sektion Eutin der Universitätsgesellschaft Schleswig-Holstein hat eine lange, erfolgreiche Geschichte und in vielen Jahrzehnten eine bunte Palette Wissen vermittelt. Die Ziele blieben stets gleich: interessierten Menschen Einblick in die Forschungsarbeit der Universität zu geben, die Kieler Uni in der Bevölkerung zu verankern und populär zu machen sowie die Arbeit der Universität ideell  und materiell zu fördern.

Bereits 1938 wurde die Sektion gegründet, allerdings nicht auf Wunsch der Bevölkerung, sondern der damals sehr gegenwärtigen  NSDAP, um nach der Eingliederung Eutins in Schleswig-Holstein das Zugehörigkeitsgefühl zu dem Land zu stärken. Auch durften 1938 die Themen nicht frei mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel abgesprochen werden, sondern sie mussten „Deutschtumspflege“ und „Volkstumarbeit“ stärken.

„Erinnern möchten wir daher lieber an den 5. November 1946. An diesem Tag begann im Festsaal der Oberschule für Mädchen – des jetzigen Weber-Gymnasiums – die frei gewählte Vortragsreihe mit Professor Gripp, der Neues aus der Erdgeschichte von Eutin und Umgebung vorstellte“, erklärt Krupke. Der Rektor der Kieler Universität war anwesend. Vorausgegangen waren diesem Neuanfang Gespräche zwischen Dr. Theodor Harms, dem angesehenen Eutiner Arzt, der politisch unbelastet war, sowie einigen Mediziner-Kollegen und Studienräten. Harms übernahm dann auch den Vorsitz. Der Zuspruch war stark: Schnell umfasste die junge Gruppe über 200 Mitglieder. Die Themen der Veranstaltungen waren sehr unterschiedlich und reichten von „Zucker in chemischer Wissenschaft und Technik“ bis zu „Deutschlands Schicksalswende 1890- 1914“. Viele theologische und philosophische Themen drückten das Bedürfnis nach einer neuen Werteordnung aus. In den 60er- und 70er-Jahren klang das Interesse an der Universitätsgesellschaft langsam ab. Die Mitgliederzahlen gingen zurück, die Vorträge wurden nur noch schwach besucht. „Trotz dieser Schwierigkeiten fanden sich immer wieder Eutiner, die mit viel Engagement die Sektion leiteten.

Mehr Zulauf brachte in den frühen 2000er-Jahren ein Ortswechsel in den Seminarraum der Landesbibliothek. Jetzt waren moderne technische Geräte für die Referenten vorhanden, die Besucher konnten auch mit einem Fahrstuhl die zweite Etage erreichen. Seit 2012 führen Dr. Helgard Krupke und Sigrid Sick die Sektion, die jetzt rund 100 Mitglieder umfasst.  Der Zuspruch zu den angebotenen Themen schwankt zwischen 30 und 75 Personen. „Dennoch möchten wir  weiterhin Themen bringen, die nicht nach der Popularität schielen. Ausgesucht werden die Vorträge  aus einem Angebot der Universität, das circa 800 Themen umfasst, von interessierten Mitgliedern“, so die Sektionsleiterin.

Wie  viele Vereinigungen krankt auch die Universitätsgesellschaft in Eutin an einer Überalterung. Sie ist daher für neue Mitglieder offen und wäre über Zugänge – zum Beispiel von „frischen“ Rentnern oder Pensionären – sehr dankbar.

»Kontakt zur Sektion Eutin gibt es unter Telefon 04521/779527 oder per E-Mail an h.krupke@ gmx.de

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