Linden: Jetzt entscheiden die Bürger

Sie kämpften für die Bäume: die Sprecher des Aktionsbündnisses „Lübecks Linden leben lassen“ Ingrid Boitin und Arnim Gabriel.

Die Bürgerschaft legt sich fest: Über die Umgestaltung der Untertrave stimmen die Wähler am 18. Dezember ab.

Rund 177000 Bürger werden dazu aufgefordert, am vierten Adventssonntag über das Überleben der Linden an der Untertrave zu bestimmen. Zur Entscheidung wird die Frage stehen, ob die vorhandenen 48 Winterlinden bei den umfangreichen Baumaßnahmen zur Umgestaltung von Straße und Kaikante erhalten bleiben sollen oder nicht. Für das Ja kämpft das Aktionsbündnis „Lübecks Linden leben lassen“, das ein Bürgerbegehren erfolgreich aufgerufen hat. Theoretisch hätte die Lübecker Bürgerschaft diesem Wunsch stattgeben können und so den Urnengang und die damit verbundenen Kosten von 180000 Euro vermieden.

Das Stadtparlament unterstützt allerdings mit sehr breiter Mehrheit die Planungen der Stadtverwaltung für die Untertrave. Demnach soll der westliche Altstadtrand für 15,6 Millionen Euro mit einer breiten Flaniermeile, Außengastronomie, Spielgeräten und mit 60 Jungbäumen verschönert werden. So hatte die Bürgerschaft in der Sondersitzung am Mittwoch keine andere Wahl, als sich Einstimmig für den Urnengang auszusprechen.

Zuvor vergingen knapp zwei Stunden leidenschaftlicher Wortwechsel. Inhaltlich kam wenig Neues zutage. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) überraschte mit der Ankündigung, dass die Stadt ein zweites Baumgutachten in Auftrag gegeben hat. Nun soll das Institut für Baumpflege aus Hamburg die Winterlinden untersuchen und die Ergebnisse voraussichtlich Ende November vorlegen. Die bisherigen Einschätzungen der Stadtverwaltung und eines unabhängigen Baumsachverständigen werden von den Linden-Rettern stark angezweifelt.

Die Sprecher des Aktionsbündnisses, Ingrid Boitin und Arnim Gabriel, betonten in der Bürgerschaftssitzung, dass sie nicht gegen die Umgestaltung der Untertrave an sich sind. Es sei jedoch möglich, die vorhandenen Bäume in die Planungen zu integrieren. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) widersprach. Blieben die Linden stehen, verlöre die Hansestadt beinahe die kompletten Fördergelder von Bund, Land und EU (ca. 10 Millionen Euro). Er untermauerte seine Argumente mit einer neuerlichen Stellungnahme des Landesinnenministeriums. Darin steht: „Sollten die Winterlinden erhalten werden müssen, ist die positive Förderentscheidung hinfällig.“ Genau dies bezweifelte Katja Mentz (GAL): „Die Stadt hat ja keine anderen Anträge mit dem Erhalt der Linden gestellt.“ Ihre Fraktion war die einzige in der Bürgerschaft, die sich klar für die Rettung der Bäume ausgesprochen hat. »18. November: Zustellung der Wahlunterlagen beginnt.

21. November bis 16. Dezember: Briefwähler können ihre Stimme abgeben.

1. Dezember: Informationsveranstaltung in der MuK.

18. Dezember, 8 bis 18 Uhr: Abstimmung an 74 Wahlstandorten.

SDF
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