Kastration ist Tierschutz

Tierpflegerin Nadja Gorski-Krüger weiß: Wilde Katzen sind häufig krank und kaum zu vermitteln. (Graap)

Neue Runde im Projekt gegen Katzenelend: Freilebende Katzen werden wieder kastriert.

Krank, verletzt, ausgemergelt, jeden Tag ums Überleben kämpfend und auf sich allein gestellt: So sieht das Leben einer freilebenden Katze aus. In Schleswig-Holstein wird deren Zahl auf 75000 geschätzt. Eine landesweite Kastrationsaktion soll helfen, das Problem einzudämmen. Sie geht jetzt ins dritte Jahr.

Die Mitarbeiter des Tierheimes Eutin erleben das Katzenelend Tag für Tag. „Von den zurzeit 45 Katzen in unserer Obhut sind alleine 24 verwilderte Tiere“, berichtet Tierpflegerin Nadja Gorski-Krüger. Für das Tierheim ist das Gemeinschaftsprojekt gegen Katzenelend eine willkommene Unterstützung, denn die Kosten für die Kastration der männlichen und weiblichen Vierbeiner werden in voller Höhe übernommen. In diesem Jahr geht es ausschließlich um freilebende Katzen. Nadja Gorski-Krüger ist froh, dass zumindest diese Kosten dem Tierheim abgenommen werden. „Der Aufwand für Behandlung und Medikamente der oft kranken Wildkatzen ist meist aber noch viel höher.“

Sie weiß, dass eine Kastration Tierschutz ist, denn eine ungebremste Vermehrung würde das Problem immer mehr verschärfen. „Und Wildkatzen, die wir nicht wieder aussetzen können, bleiben sehr lange im Tierheim und blockieren unsere Plätze auf Dauer“, so Nadja Gorski-Krüger. Vermittelt werden können meist nur süße, schmusige Katzen, aber keine kratzenden Problemtiere.

Private Halter von Katzen sind aufgerufen, ihre Katzen in eigener Verantwortung zur Kastration zu bringen. Der Zeitraum Mitte Oktober bis Mitte November ist aus biologischer Sicht der sinnvollste Zeitraum dafür. Schon ein munterer Hauskater auf Freigang kann sich mit mehreren Wildkatzen paaren. Da die Tiere bereits im Alter von sechs Monaten geschlechtsreif werden, kann es von einer nicht kastrierten Katze und deren Jungen innerhalb eines Jahres bis zu 35 Nachkommen geben. Dass Besitzer ihre Tiere nicht kastrieren lassen, liege, so Nadja Gorski-Krüger, zum einen an falschverstandener Tierliebe, vor allem aber an den Kosten: Bei einem Kater fallen für die Kastration rund 60 Euro, bei einer Katze bis zu 120 Euro an. Doch wer sich als Katzenfreund bezeichnet, sollte sicher nicht am falschen Ende sparen. vg

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Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts von Tierschutzverbänden, Tierärzteschaft, Kommunaler Familie, Landesjagdverband und Land sind seit Herbst 2014 insgesamt 7428 Katzen kastriert worden. Mit 63,8 Prozent handelte es sich dabei weit überwiegend um freilebende Katzen. Für die Aktion 2016 stehen 230000 Euro zur Verfügung – diesmal ausschließlich für verwilderte Katzen. Weitere Infos sind online unter www.gegenkatzenelend.schleswig-holstein.de zu finden.
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Eine Antwort auf „Kastration ist Tierschutz“

  1. Brigitte Misch sagt:

    Habe bislang alle meine Kater und Katzen Kastrieren und sterilisieren lassen. Ich denke das sollte jeder machen dann gibt es weniger Wild Katzen. Habe vor 7 Jahren eine im Alter von 4 Wochen gerettet und im ersten halben Jahr knapp 500 euro tierarzt kosten gezahlt, weil der kleine fast alles hatte. Würde es jeder Zeit wieder machen.

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