Heftige Kritik an der Sana Klinik Eutin

Politik will Erklärung zu den Veränderungen bei der Geburtshilfe.

Die Entscheidung der Sana Kliniken Ostholstein, am Standort Eutin künftig nur noch Schwangere ab der 32. Schwangerschaftswoche oder mit einem zu erwartenden Geburtsgewicht von über 1500 Gramm zu versorgen und Schwangere in einem früheren Stadium auf Krankenhäuser in Kiel und Lübeck zu verweisen, hat in der Kreispolitik für Empörung und Unverständnis gesorgt. Der Hauptausschussvorsitzende Timo Gaarz (CDU) erklärte sein tiefes Befremden darüber, dass Verwaltung und Selbstverwaltung aus der Presse erfahren mussten, dass der Status als Perinatalzentrum Level II aufgeben werde. „Diese Entscheidung der Geschäftsführung wie auch die Art und Weise der Information und Kommunikation im Vorfeld sind aus meiner Sicht völlig inakzeptabel, zumal die Geschäftsführung der Sana Kliniken erst am 22. September ihren turnusmäßigen Bericht zur Geschäftsentwicklung im Hauptausschuss erstattet hatte – ohne jeden Hinweis auf die unmittelbar bevorstehende Verschlechterung der geburtshilflichen Versorgung in Ostholstein“, so Gaarz. „Ich habe daher die beiden Geschäftsführer gebeten, die aktuelle Entwicklung hinsichtlich der Geburtshilfe im Kreis Ostholstein den Mitgliedern des Hauptausschusses bereits in der kommenden Sitzung am 1. November zu erläutern. Die Ausschussmitglieder erwarten kurzfristig Aufklärung.“

Auch die SPD-Kreistagsfraktion äußert sich entsetzt und empört über die Sana-Entscheidung und darüber, dass man vor vollendete Tatsachen gestellt werde. Noch im März 2014, als die Gebutshilfe in Oldenburg geschlossen wurde, habe die Sana Klinik hervorgehoben, dass die Geburtshilfe im Mutter-Kind-Zentrum mit 24-Stunden-Bereitschaft und Perinatalzentrum Level II neu ausgerichtet und in Eutin gebündelt werde. „Der noch gültige Krankenhausplan für 2010 bis 2015 weist Eutin eindeutig als Perinatalzentrum Level II aus. Die Sana-Klinik Eutin hat sich einfach darüber hinweggesetzt und den Plan ignoriert“, kritisiert Fraktionschef Burkhard Klinke. Für die SPD stellen sich nun viele Fragen: Welche weiteren Schließungen stehen jetzt möglicherweise bevor? vg

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