Apfelprojekt wird vorgestellt

Die Obstwiese hinter dem Pastorat in Genin ist ein fast vergessener Gartenschatz. (Ines Langhorst)

Die Kirchengemeinde St. Georg-Genin plant die Pflege und Ergänzung der Obstwiese hinter dem Pastorat.

Sie heißen Bischofsmütze, The Queen, Roter Herbstkalvill und Prinz Albrecht von Preußen: die 35 Obstbäume im Pastoratsgarten von St. Georg-Genin. Sie sind die Besonderheit neben vielen anderen Bäumen und Sträuchern und 90 bis 100 Jahre alt. Die Vielfalt der alten Obstsorten ist für die Stadt Lübeck etwas ganz Besonderes – ein fast vergessener Gartenschatz.

„Wir sehen dieses kleine ,Paradies’ in ähnlicher Weise als Schatz und Aufgabe zugleich, wie auch unsere wertvolle St. Georg-Kirche aus dem Jahr 1286, wo immer wieder etwas für die Erhaltung eingesetzt werden muss“, sagt Pastor Hans-Georg Meyer. Für die Erhaltung der Streuobstwiese, des „Gartenparadieses“, will die Kirchengemeinde künftig mehr einsetzen, um den Bestand zu pflegen und sinnvoll nutzen und zu erweitern.

30 neue Obstbäume sollen im Pastoratsgarten gepflanzt werden und den alten Bestand ergänzen. Viel zu tun und vorzubereiten gibt es in diesem Garten mit einer Größe von rund 16500 Quadratmetern.

Erste Informationen zum Projekt gibt es während der Gemeindeversammlung am Sonntag, 30. Oktober. Sie findet nach dem Gottesdienst statt, der um 10.15 Uhr beginnt.

Im Jahr des Reformationsjubiläums beginnt das Apfelprojekt nicht nur mit den notwendigen Arbeiten an der Streuobstwiese. „Wir verbinden das Pflanzen, Pflegen, Ernten und Verarbeiten mit der geistlichen Seite unseres Christseins“, so Meyer. „Bete und arbeite – diesen Leitsatz der alten Klöster hat auch Martin Luther als Mönch erfahren. Beide Aspekte haben sich heute verschoben“, so Meyer. Vor allem in den Städten haben immer weniger Menschen einen Bezug zu körperlicher Arbeit und der Erfahrung, etwas mit eigenen Händen zu schaffen. „Gleichzeitig gerät auch die geistliche Seite unseres Lebens immer mehr aus dem Alltag“, weiß Pastor Meyer. Der regelmäßige Besuch des Gottesdienstes sei für immer weniger Menschen wichtig als noch in der Großelterngeneration. Tisch- oder Abendgebete seien in immer weniger Familien üblich.

Das Apfelprojekt im Geniner Pastoratsgarten wird die Kirchengemeinde im kommenden Jahr also auf vielfältige Weise beschäftigen. Die Arbeiten auf der Streuobstwiese sind das Eine. Zudem werden Gottesdienste, Andachten und Aktionen immer wieder im Rahmen des Apfelprojektes gestaltet. Ein Beispiel ist der Barbara-Tag am 4. Dezember. Dann werden Zweige der Obstbäume geschnitten und in eine Vase gestellt. Bei Zimmertemperatur beginnen sie, zu knospen und werden um Heilig Abend herum blühen.

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