Possehlbrücke: Es dauert länger

Länger gesperrt: Die Possehlbrücke wird vermutlich erst Mitte 2018 fertig. Bis dahin bleibt diese wichtige Querung nur in einer Richtung befahrbar. (SDF)

Die Brücke könnte erst Mitte 2018 fertig sein. Die Kosten steigen um zwölf Prozent.

Die Geduld der Lübecker wird auf eine weitere Probe gestellt. Die Bauarbeiten für die Erneuerung der Possehlbrücke werden wohl länger dauern. Nach einem nicht unterzeichneten Zeitplan ist das Bauende für Mitte 2018 vorgesehen. Das teilte Stefan Klotz, Bereichsleiter Verkehr und Stadtgrün, dem Bauausschuss mit. Ursprünglich sollte die Brücke bis Frühjahr 2017 vollendet sein, später wurde Mitte 2017 anvisiert.

Die Verzögerung sei mehreren Umplanungen geschuldet, erklärte Klotz. „Unser Problem ist nicht der Überbau, der ist schon fertig und liegt in Magdeburg. Unsere Probleme sind der Baugrund und die extrem komplexe Baustelle“ mit Wasserstraße, sehr wichtigen Versorgungsleitungen und einer übrig gebliebenen Fahrbahn. Das habe zu Meinungsverschiedenheiten mit dem Auftragnehmer geführt. „Wir planen etwas, und wenn jemand sagt, das ist so nicht baubar, dann muss man gemeinsam eine Lösung finden.“ Wenn man sich nicht einige, könnte es zum Stillstand auf der Baustelle kommen, erklärte der Bereichsleiter. Jede einzelne Umplanung koste durchschnittlich sechs Wochen Zeit. Bereits der Teilabriss der Brücke hatte fünf Wochen Verzug verursacht. „Wir haben Probleme mit einer extrem komplizierten Baustelle, aber das ist nicht ungewöhnlich bei solchen Projekten“, fasste Klotz zusammen.

Durch die längeren Bauzeiten werden die Ausgaben entsprechend steigen. Die Baufirma Wayss & Freytag hat angegeben, 2,14 Millionen Euro mehr zu verlangen. Die geschätzten Gesamtkosten werden von den ursprünglichen zwölf Millionen (neun Millionen für das Bauwerk plus drei Millionen für die Versorgungsleitungen) auf fast 15 Millionen Euro steigen. „Das ist viel Geld, das will niemand in Abrede stellen, aber es ist keine Kostenexplosion“, meinte Klotz.

Fakt ist: Die Possehlbrücke ist ein gestörter Bauverlauf – so lautet der juristische Begriff. Und eine juristische Baustelle könnte die Possehlbrücke auch werden. Die Stadtverwaltung will den Schriftverkehr mit dem Auftragnehmer nun überprüfen lassen. Auf einen Streit mit der Baufirma möchte Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) es aber nicht ankommen lassen. Er will demnächst „gemeinsam mit der Firma eine Erklärung abgeben, wie wir die Brücke bauen wollen.“ SDF

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