Politik stellt weitere Millionen für die neue Markttwiete bereit

Ein Großteil der Fußgängerzone ist bereits neu gepflastert, die Gestaltungselemente wie Gräserlinsen folgen zum Schluss. (ES)

Die Kosten für die Neugestaltung der Bad Schwartauer Innenstadt belaufen sich jetzt auf 4,5 Millionen Euro.

Wer in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauwesen und Stadtplanung eine große Diskussion über die Frage erwartet hatte, ob fast eine weitere Million Euro für den Umbau der Bad Schwartauer Markttwiete genehmigt werden soll, irrte. Alle Parteien stimmten der Vorlage der Verwaltung zu – mit der Einschränkung, dass auf eine der fünf Gräserlinsen verzichtet werden soll.

Im März 2015 hatte der Bauausschuss beschlossen, dass für den Bereich unterhalb der Arkaden aus Kostengründen Ziegelsteine anstatt Granitsteine verlegt werden sollen. Zudem wurde für den Bereich zwischen Rathausgasse und Markttwiete ebenfalls Ziegelstein als Oberfläche festgelegt. Für den Bereich der Auguststraße wurde am Granitbelag festgehalten.

Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme wurden auf 3,5 Millionen Euro begrenzt.

„Nachdem nunmehr neben konkreten Ausschreibungsergebnissen detaillierte Kostenschätzungen für die Ausstattungsgegenstände vorliegen, ist absehbar, dass der gesetzte Kostenrahmen nicht in Einklang mit der vorgestellten Gestaltung gebracht werden kann“, hieß es in der Vorlage der Verwaltung. Die Kostenzusammenstellung, die der Beratung im März 2015 zugrunde lag, basierte demnach auf den zusammengestellten Baukosten mit Stand vom November 2014. Wenn man diese Werte mit der aktuellen Kostenzusammenstellung vergleicht, müsse man feststellen, dass sich zum Teil erhebliche Abweichungen ergeben. Als wesentliche Differenzen nannte Bauamtsleiter Thomas Sablowski die Kosten für die Beleuchtung, die Kosten der Gräserlinsen, die allgemeinen Planungskosten und die Kosten des Wassertisches. Dabei müsse man berücksichtigen, dass es in einigen Bereichen eine Ausstattungserhöhung gegeben habe – sprich bei den Beleuchtungselementen der Gräserlinsen, der Handläufe und der Sitzblöcke am Europaplatz. Ferner wurde der Wassertisch umgeplant, um diesen ganzjährig erlebbar zu gestalten. Die Verwaltung schlug deshalb vor, für die Umgestaltung Markttwiete zusätzlich 975

000 Euro aus dem Haushalt bereitzustellen.

Diese Kostensteigerung „fühlt sich nicht gut an“, sagte der Ausschussvorsitzende Andreas Marks (WBS) und kritisierte die schwer nachvollziehbare Steigerungen bei den Planungkosten. Die Politik bemängelte Fehleinschätzungen von Bauverwaltung und Planungsbüro zu Beginn der City-Umgestaltung. Peter Seedorf (CDU) wollte dann auch wissen, ob die knappe Millionen mehr denn das Ende der Kostensteigerung sein würde, „denn wir müssen eine anständig gestaltete Innenstadt abliefern“. Er könne nicht sagen, wie sich die Baupreise entwickeln werden, sagte Sablowski, „aber die Überraschungen sollten sich in Grenzen halten.“

„Wir sind in einer Zwangslage“, fasste Uwe Beckmann (SPD) die Situation zusammen. „Die Vorplanungen waren mangelhaft. Uns bleibt jetzt nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und der Vorlage zuzustimmen.“ Auch seine Partei wolle, dass die Markttwiete termingerecht fertig werde. Er sei erfreut, sagte Jörg-Reiner Zacharias (WBS), „dass die Umgestaltung der Marttwiete nicht zerredet wird.“

Nach einer Beratung einigten sich die Parteien darauf, bei den Gestaltungselementen etwas einzusparen. Fünf Gräserlinsen sollte es ursprünglich geben. Jetzt wird auf die Gräserlinse im Bereich des Toilettenhäuschen am Zentralparkplatz verzichtet. ES

Amtsgericht nicht auf Tagesordnung
Keine Diskussion über das Amtsgerichtsgebäude: Eigentlich sollte auf der Sitzung des Bauausschusses auch das Nutzungskonzept für das Amtsgerichtsgebäude ein Thema sein. Doch es wurde einstimmig von der Tagesordnung genommen. Das sei ein Thema für den Ausschuss für Finanzen und Tourismus, sagte Hansjörg Thelen (SPD). Jörg-Reiner Zacharias (WBS) kritisierte fehlende Zahlen in dem Konzept.

Bürgermeister Uwe Brinkmann verwies auf die Forderung der Politik an die Verwaltung, die Themen zügig zu bearbeiten. „Dem wollten wir nachkommen.“ Die Planer seien extra zu der Sitzung eingeladen worden und hätten dafür andere Termine verlegt.

Doch die Kommunalpolitiker blieben bei ihrer Haltung. Torben Suhr (CDU) kritisierte, dass bei der Planung nur das Amtsgerichtsgebäude, nicht aber das gesamte Areal berücksichtigt worden sei. Reimer Fuhrmann (WBS) sprach von einer dürftigen Vorlage. ES

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