LiteraturGalerie zeigt neue Ausstellung

Stadtmensch: Die Kieler Malerin Barbara Kirsch (links) hängt mit Galeristin Hilde Gewert eines ihrer Bilder.

Drei Künstler, ein Thema: Eutiner „LiteraturGalerie 64“ eröffnet neue Ausstellung.

Mit dem Gedanken, eine Kunstausstellung mit lauter Menschenbildern zu zeigen, sind die Eutiner Galeristen Hilde und Hartmut Gewert lange schwanger gegangen. Am Ende steht ein spannendes Konzept: Drei Künstler unterschiedlicher Genres präsentieren das Thema in ganz eigenwilligen Sichtweisen. Die Ausstellung unter dem Titel „Und selbst?“ wird am Sonntag, 16. Oktober, um 11 Uhr in der „LiteraturGalerie 64“, Plöner Straße 64, eröffnet.

„Den Titel haben wir gewählt, weil Menschenbilder in der Kunst den Betrachter immer auch mit sich selbst konfrontiert. Wir suchen in ihnen eine Assoziation zu uns selbst“, erläutert Hilde Gewert. Den Menschen im urbanen Raum zum Beispiel thematisiert Barbara Kirsch. Die Kieler Malerin erzählt in ihren Bildern kleine Alltagsgeschichten und arbeitet dabei viel mit Schnappschüssen, die sie aber nicht eins zu eins auf Leinwand umsetzt. „Dadurch, dass ich vier Jahre in Japan gelebt habe, habe ich einen anderen, befreiteren Bezug zur Bildkomposition. Es geht mehr um Balance, weniger um Symmetrie“, sagt sie. Sie reduziert die Motive aufs Wesentliche, auch bezüglich der Farbe, mit der sie sehr sparsam umgeht. Sie spielt mit Licht und Schatten und setzt typisch menschliche Verhaltensweisen in Szene.

Heinke Both aus Trittau steuert komplexe Collagen zur Ausstellung bei, die sprichwörtlich in die Tiefe gehen: Die sich überschneidenden Ebenen bestehen aus unterschiedlichen Materialien – von Papier bis Glas – und geben den Kunstwerken, die sich um menschliche Befindlichkeiten drehen, einen dreidimensionalen Touch. Es hat den Anschein, als könne man in manche Köpfe hineinschauen. „Mir geht es um die Identität des einzelnen Menschen, seine Vielschichtigkeit“, sagt Heinke Both. Hier wird schonungslos seziert und offengelegt. Die Bilder regen dazu an, in sich selbst hineinzuhorchen.

Mit liebevoller Ironie kommen die Terracotta-Plastiken von Eberhard Szejstecki daher. Seine naiv-archetypischen Figuren spiegeln über Haltung und Gestik menschliche Gefühle wider. Sie fordern durch eine kalkulierte Mischung von Unbedarftheit und Bildwitz zum Schmunzeln heraus. Einen besonderen Dreh geben den Kunstwerken außerdem die jeweiligen Titel, die den Plastiken des Bremer Bildhauers zusätzlich Humor verleihen.»Die Ausstellung ist bis zum 27. November sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 04521/7648681 geöffnet. Der Eintritt ist frei. Infos zum Rahmenprogramm online unter www.literaturgalerie64.info

vg
Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.