Die Lübecker Synagoge wird jetzt doch weiter saniert

Die Carlebach-Synagoge wurde am 10. Juni 1880 geweiht. (pa)

Land, Bund und Stiftung finanzieren nächsten Bauabschnitt.

Die Sanierungsarbeiten an der Lübecker Synagoge können mit Hilfe von Landes- und Bundesmitteln sowie durch die Unterstützung der Lübecker Possehl-Stiftung fortgesetzt werden. Das teilte Kulturministerin Anke Spoorendonk mit. „Ich freue mich außerordentlich, dass wir gemeinsam der jüdischen Gemeinde kurzfristig die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen können, um nun die Außenhülle der historischen Synagoge instand setzen können.“ Die Ministerin dankte der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, und der Possehl-Stiftung, dass diese positiv auf die Bemühungen des Landes reagiert hätten. Nach einem intensiven Dialog können nun die dringendsten Bauarbeiten, die mit 563000 Euro berechnet wurden, unverzüglich beginnen. Dazu zählten die neue Eindeckung des Daches, der Einbau von Fenster und Türen sowie die Fertigstellung des äußeren Mauerwerks dieses herausragenden Kulturdenkmals.

Mit der Gemeinde und dem zuständigen Architekten ist das Land zudem intensiv in Gesprächen für weitere Bauabschnitte. Bisher flossen 2,8 Millionen Euro in die Sanierung. Um diese komplett abzuschließen, sei noch einmal eine große finanzielle Kraftanstrengung insbesondere der öffentlichen Hand notwendig, so Spoorendonk. Dazu zähle sie neben dem Land die Hansestadt Lübeck und den Bund.

„Der Landtag hat bereits 2014 eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass er sich weiteren Mitteln ab 2017 nicht verschließen wird. Die Landesregierung möchte auf jeden Fall ein Zeichen setzen und damit erreichen, dass diese für das Land so einmalige Synagoge schnellstmöglich wieder ihrer Bestimmung zugeführt werden kann“, so die Ministerin. Dies sehe sie auch mit Blick auf zunehmende antisemitische Tendenzen als eine moralische Verpflichtung.

Die Carlebach-Synagoge wurde am 10. Juni 1880 geweiht und zählt zu den wenigen in Deutschland, die von den Nationalsozialisten nicht zerstört wurden. Allerdings wurde auch sie in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November geschändet. Vor ihrer Umnutzung zur Turnhalle wurden ihre prunkvolle Fassade und die Kuppel entfernt. Die historischen Wandmalereien im Gebetssaal können dagegen restauriert werden. Am 1. Juni 1945 erfolgte die Rückerstattung an die jüdische Gemeinde; seit 1991 steht das Gebäude in seiner überkommenen Form unter Denkmalschutz. Die jüdische Gemeinde in Lübeck besteht aus rund 700 Mitgliedern.

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