Wie teuer wird das Haus des Gastes?

Stein des Anstoßes: Die Mitglieder der Bürgerinitiative sehen eine andere Kostenaufstellung bei der Instandhaltung des Haus des Gastes. (MB)

Die Kostenaufstellung von der Stadt und der Bürgerinitiative gehen weit auseinander.

Die Bürgerinitiative „Erhalt und Sanierung Haus des Kurgastes Eutin“ möchte ein weiteres Bürgerbegehren durchführen. Das Gebäude soll für Veranstaltungen und als Stätte des Verweilens erhalten bleiben, behindertengerecht gestaltet und instandgesetzt werden. Dazu musste die Stadt Eutin eine Kostenaufstellung vorlegen, die bei der Initiative großes Kopfschütteln auslöste.

Die Stadt Eutin präsentierte vor knapp zwei Wochen ein Gutachten zum baulichen Zustand des „Haus des Kurgastes“ am Bleekergang 4-6. Danach belaufen sich die Kosten für eine Instandsetzung und Modernisierung des Haupthauses und des Anbaus auf rund 2,84 Millionen Euro. Die durchschnittlichen Erhaltungskosten würden bei 35000 Euro pro Jahr liegen. „Wir haben ein 68-seitiges Gutachten über eine Modernisierung erhalten, das wir nie gefordert haben. Wir wollen eine Instandsetzung, eine Nutzbarkeit für Eutiner und Touristen und keine Luxusvariante, die mit anderen Bauprojekten wie die Petri-Kirche in Lübeck vergleichbar ist“, so Sigrid Jürß von der Bürgerinitiative, deren eigene Schätzung zur Sanierung des Haus des Gastes sieht Kosten in Höhe von rund 500000 Euro vor.

„Außerdem würden die im Gutachten beschriebenen Maßnahmen das Gebäude instabil machen und das Bauwerk in seinen Grundfesten zerstören“, betont Bauingenieur Heinz Lange. Da die politische Mehrheit in Eutin einen Abriss des Hauses vorziehe, befürchten die Mitglieder der Bürgerinitiative, dass mit dem Gutachten die Bürger verschreckt werden sollen.

Bis vergangenen Dienstag hatte die Initiative die Stadt aufgefordert, statt dem gesamten Gutachten eine Kostenaufstellung zu liefern. Dies ist geschehen, sodass die Bürgerinitiative mit dieser Übersicht und ihrer eigenen Zahlen nun die Stimmen der Bürger für ihr Begehren einsammeln kann. „Am 15. Februar 2017 verstreicht die Gültigkeit des alten Bürgerentscheids und der Bestandsschutz, bis dahin muss die Zulässigkeitsprüfung abgeschlossen sein“, so Jürß. MB

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