Die Kunsthalle St. Annen zeigt zwei neue Sonderausstellungen

„Time is the limit/You are here“ heißt diese Skulptur der Dänin Pia Obel, die im Rahmen des Projektes KunstBetriebe 2 bei der Sparkasse Holstein entstand. (Fotos: Hö)

„KunstBetriebe 2“ und „Aus dem Nachlass Emil Grasserts“ heißen die Schauen.

Mit „KunstBetriebe 2“ und „Aus dem Nachlass Emil Grasserts“ hat die Kunsthalle St. Annen in Lübeck zwei neue Ausstellungen auf vier Etagen eröffnet. Zu sehen sind sie bis zum 13. November.

Bereits vor vier Jahren initiierte die Lübecker Künstlerin Bettina Thierig das Projekt „KunstBetriebe“. Jetzt sind zum zweiten Mal zwölf verschiedene Künstler mit ihren Werken zu sehen, die sie in Zusammenarbeit mit Betrieben vor Ort mit Rohmaterialien der Firmen entstanden sind. Neu ist, dass in diesem Jahr erstmals auch zwei dänische Firmen und zwei dänische Künstler dabei sind.

Unterstützt wurde das Projekt wiederum von der IHK zu Lübeck, deren Stiftung Pro Economia sich ebenso finanziell und organisatorisch beteiligt hat wie die Possehl-Stiftung und die Stiftungen der Sparkasse Holstein.

„Es geht vor allem darum, andere Sichtweisen auf die unterschiedlichen Materialien zu entwickeln und zu erfahren, wie Künstler denken“, so Projektleiterin Bettina Thierig, die auch selbst mit einem Objekt an der Ausstellung beteiligt ist. Sie hofft, dass viele Besucher die Möglichkeit einer Begegnung mit diesen besonderen Skulpturen in Lübeck wahrnehmen. Die Ausstellung war bereits auf der Landesgartenschau zu sehen und wird als dritte Station ab November in Ahrensburg im Marstall zu sehen sein.

„Grundsätzlich geht es darum, das Verständnis zwischen Kulturschaffenden und Unternehmen füreinander zu erhöhen“, so Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck. Zufrieden zeigte sich Schöning auch damit, dass es gelungen sei, durch die Teilnahme der unterschiedlichen Künstler und Betriebe einen Bogen entlang der Fehmarn-Belt-Trasse von Hamburg bis nach Lolland zu schlagen. „Die Region wächst zusammen.“

In einer weiteren Ausstellung im Untergeschoss der Kunsthalle St. Annen wird erstmals eine Werkauswahl aus dem Nachlass des eher unbekannten Künstlers Emil Grassert gezeigt. Der Maler, Grafiker und Glasmaler war nach dem Zweiten Weltkrieg schwer verletzt in Lübeck gestrandet und 2003 in Stockelsdorf verstorben, wo er viele Jahre gelebt und gearbeitet hat. Seine Witwe Dora-Lisa hinterließ

nach ihrem Tode 2009 den gesamten Nachlass ihres Mannes dem St. Annen-Museum und der Kunsthalle St. Annen.

Bis auf wenige kleine Ausstellungen unter anderem in der Kirchengemeinde Stockelsdorf wurden seine Gemälde und Grafiken bislang noch nie einem breiten Publikum gezeigt. „Das möchten wir hier mit einer kleinen Auswahl ändern“, erklärte Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen, und hofft auf ein reges Interesse.

Grassert hat größere Glasfenster für die Philippus-Kirche geschaffen und als erster Angestellter für medizinisch wissenschaftliche Grafik an der 1964 gegründeten Medizinischen Akademie Lübeck das Siegel entworfen, das noch heute von der Universität zu Lübeck mit neuer Unterschrift als Emblem verwendet wird. Die Lübecker Maler lehnten damals jedoch seien Arbeiten ab, sodass er zeitlebens eher ein unbekannter Einzelgänger blieb. HÖ

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Die Ausstellungen „KunstBetriebe 2“ und „Aus dem Nachlass von Emil Grassert“ sind vom 1. Oktober bis 13. November in der Kunsthalle St. Annen, St.-Annen-Straße 15 in Lübeck, zu sehen. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag und am 3. Oktober von 10 bis 17 Uhr, der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder zahlen 2,50 Euro.

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