Lübecks wissenschaftliche Wiese

Auf der Wildblumenwiese an der Dornbreite wird auch geforscht. (Friedhelm Anderl)

Auf der Humboldtwiese in Dornbreite ist eine Areal für Wildblumen entstanden.

Der Naturforscher Alexander von Humboldt hätte sich über den zahlreichen Besuch von Groß und Klein auf seiner Wiese sicher sehr gefreut. Der Bereich Umwelt, Natur – und Verbraucherschutz in Kooperation mit der Interessengemeinschaft Dornbreite, der Initiative Hanse Obst, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Lübeck, der Universität zu Lübeck sowie dem Wissenschaftsmanagement Lübeck informierten jetzt über den aktuellen Stand der Projektumsetzung zu den Themen Gesundheit, Sport, Natur und Naherholung.

Reinhard Degner vom BUND führte über die dort entstehenden Wildblumenwiesen und zeigte, in welchen Nischen sich dort verschiedene tierische Bewohner verstecken und was die Menschen dafür tun können, dass sie dort Nahrung, Fortpflanzungsplätze und Überwinterungsmöglichkeiten finden. Wildblumenwiesen sind ein wichtiger Baustein der städtischen Biodiversität. Hinrich Lass vom BUND leitet auf der Humboldtwiese ein über fünf Jahre laufendes Wildblumenprojekt, das die Artenvielfalt erhöht, dem Artenschutz dient und nicht zuletzt durch den Farben und Formenreichtum auch die Besucher dieser bunten Fläche erfreuen wird.

Ingrid Bauer vom Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz erklärte, dass die Art, wie wir die Landschaft nutzen und bewirtschaften, entscheidet, ob uns leblose Agrarlandschaften umgeben oder ob vielfältige „Nahrhafte (Stadt-) Landschaften uns Menschen und andere Organismen nähren und gesund erhalten. Aber neben der Blütenvielfalt sind auch zahlreiche Wildkräuter und Heilpflanzen auf der Humboldtwiese zu finden. Kräuterfrau Sabine Schwardt informierte auf einem Rundgang die Besucher, welche Heilwirkung in den Pflanzen verborgen ist und welchen medizinischen Nutzen daraus gewinnen kann.

Daneben vermittelte Heinz Egleder von der Hanse- Obst-Initiative allgemein verbreitetes Wissen um die einzelnen Kulturtechniken des Obstbaus in der Kette von der Pflanzung über die Anzucht, die Aufwuchs- und Erhaltungspflege, die Veredelung und Nachzucht bis hin zur Ernte, Konservierung und Verwertung der an Vitalstoffen und Vitaminen reichen Früchte. Seltene und vom Aussterben bedrohte Obstbäume wie der „Rote Krieger“, „Ruhm von Lübeck“ oder „Lübecker Marzipanapfel“ haben auf dieser Fläche ein neues Zuhause gefunden. Und der Bestand wächst weiter. Ein Baum, gestiftet durch die Possehl-Stiftung und zwei Bäume, durch die auf der Dornbreite ansässige Baumschule Bornholdt, konnten mit Anwohnern der Siedlung gepflanzt werden.

Es ist nicht nur die vielfältige Natur, die zu einer wissenschaftlichen Betrachtung der Humboldtwiese auffordert. Herzstück auf dieser Fläche ist ein Bewegungsparcours mit zehn Gerätepärchen. Die Idee dieses Tandemkonzept kam von der Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen. Der hier installierte Bewegungsparcours fördert und trainiert die Motorik und insbesondere die Gleichgewichtsfähigkeit und das in jeder Altersstufe. Laut einer Studie von Prof. Dr. Gollhofer, Direktor des Instituts für Sport und Sportwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, wird die positive Wirkungsweise von Gleichgewichtstraining sowohl für Kinder als auch im Alter unterstrichen. Auf der Humboldtwiese lassen sich somit viele verschiedene wissenschaftliche Erkenntnisse umsetzten und allen Bürgerinnen und Bürgern in verständlicher Form nahe bringen.

Umgesetzt wird das Projekt von Friedhelm Anderl, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Dornbreite, und von Susanne Kasimir, Wissenschaftsbeauftragte des Wissenschaftsmanagement Lübeck. Und auch die Kunst hat in Form einer Hundeskulptur aus Holz ihren Platz auf der Fläche gefunden. Geschaffen wurde sie von Ralf Schott und erfreut inzwischen die zahlreichen Besucher.

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