Wegen Feuerwehr: Eklat im Hauptausschuss

Der Timmendorfer Gemeindewehrführer Stephan Muuss (links) und sein Stellvertreter Burkhard Wegener haben ihr gemeinsames Rücktrittsgesuch bei Bürgermeisterin Hatice Kara eingereicht. (KG)

Timmendorfer Gemeindewehrführung legt ihr Amt nieder.

Der Tagesordnungspunkt 11 sorgte für einen Eklat beim Hauptausschuss von Timmendorfer Strand am Donnerstag, 15. September. Dabei ging es um die Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplans durch den Gemeindewehrführer Stephan Muuss. Zunächst ergriff Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) das Wort und berichtete, dass am 14. September das Rücktrittsgesuch von Gemeindewehrführer Stephan Muuss und seinem Stellvertreter Burkhard Wegener bei ihr eingegangen sei. Als Begründung für den Rücktritt seinen private und familiäre Gründe angegeben worden. Diese Entscheidung wurde von der Bürgermeisterin und allen Fraktionen bedauert.

Stephan Muuss, dessen Stellvertreter urlaubsbedingt nicht anwesend war, setzte sich bei der Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplans deutlich für den Erhalt der vier Ortswehren der Gemeinde Timmendorfer Strand ein.

Auch Bürgermeisterin Hatice Kara machte den Wert und die Bedeutung der Ortswehren auch in Hinblick auf die Dorfgemeinschaft deutlich.

Für Unmut hatte ein Änderungsantrag der Timmendorfer CDU gesorgt, der nur wenige Stunden vor Beginn der Sitzung eingereicht wurde. Darin forderte die CDU, die Ortswehr von Groß Timmendorf aufzulösen und in eine Löschgruppe umzuwandeln. Damit sprach sich die CDU auch gegen den geplanten Neubau eines kombinierten Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshauses in Groß Timmendorf aus. „Fördergelder sind auch Steuergelder, mit denen man sorgfältig umgehen muss“, führte Gudula Bauer (CDU) aus.

„Eine Löschgruppe hat den gleichen Ausstattungsbedarf an Mannschaft, Löschfahrzeugen und Gerätehäusern“, erklärte Stephan Muuss. „Ist eine Ortswehr weniger wert als andere? Wer eine freiwillige Feuerwehr rein wirtschaftlich betrachtet und soziale Aspekte vernachlässigt, wird die Zukunft der Feuerwehren gefährden.“

Deutlich Worte fand auch Jörn Eckert, Fraktionsvorsitzender der SPD Timmendorfer Strand: „Sie gefährden mit Ihrem Antrag den Brandschutz in unserer Gemeinde!“ Eckert verwies auf das Wahlprogramm der CDU zur letzten Kommunalwahl, in dem die CDU den Erhalt aller Ortswehren versprochen hatte. Sowohl Jörn Eckert (SPD), Stefanie Paetow (Grüne) und das ehemalige CDU-Mitglied Udo Halenza, der mittlerweile parteilos ist, stellten sich hinter den Feuerwehrbedarfsplan, in dem der Erhalt der vier Ortswehren gefordert wird.

Da alle Mitglieder des Hauptausschusses einstimmig für den Erhalt aller vier Ortswehren stimmten, wurde nicht über den Änderungsantrag der CDU abgestimmt. Bei der Abstimmung über die Neubauten in Hemmelsdorf enthielten sich drei Abgeordnete der WUB, bei der Abstimmung über den Neubau in Groß Timmendorf enthielten sich die WUB sowie zwei Mitglieder der CDU. Am Donnerstag, 29. September wird das Thema in der Sitzung der Gemeindevertreter behandelt. KG

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