Linden: Entscheiden bald die Bürger?

Die Mitglieder des Aktionsbündnisses haben 10544 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Linden an der Untertrave gesammelt (vorne v.links zu sehen: der ehemalige Chef der Stadtforsten Lutz Fähser, Alexandra Stauvermann und Arnim Gabriel). Die Unterschriften werden jetzt geprüft (SDF)

Das Aktionsbündnis hat 10 544 Unterschriften für einen Bürgerentscheid zum Erhalt der Bäume an der Untertrave gesammelt.

Sie kamen mit papiernen Lindenblattkränzen auf dem Kopf und feierten vor dem Rathaus: 10 544 Unterschriften für ein Bürgerbegehren hat das Aktionsbündnis „Lübecks Linden leben lassen“ gesammelt. Am Donnerstag wurden sie an Bürgermeister Bernd Saxe übergeben.

Benötigt wurden mindestens 7025 gültige Unterschriften von wahlberechtigten Lübeckern. Damit haben die Lindenretter genug Unterstützer gefunden, um ein Bürgerbegehren zur Umgestaltung der Untertrave zu beantragen. Ihr Wunsch: dass die 48, durchschnittlich 50 Jahre alten Bäume in dem neuen Gestaltungskonzept integriert werden.

Auch Prominente haben sich inzwischen dafür ausgesprochen. Zwei Träger der Lübecker Bene-merenti-Medaille, Dr. Christian Dräger und der ehemalige Rektor der Musikhochschule Dr. Friedhelm Döhl, unterstützen das Bürgerbegehren. Ebenso der bekannte Fotograf Thomas Radbruch und der Bundesrichter i.R. Wolfgang Neskovic.

Die fünf Unterschriftenordner haben die Lindenfreunde nun an Bürgermeister Bernd Saxe übergeben. Danach startet die Prüfung der eingereichten Unterschriften. Dafür könnten Einwohnermeldeamt und Kommunalaufsicht bis zu sechs Wochen benötigen. Bürgermeister Saxe kündigte an, adss das Team der Meldebehörde verstärkt werde, um die Unterschriften zu prüfen.

Die Zeit drängt allerdings. Denn schon in ein paar Wochen, Anfang Oktober, wäre die Stadt berechtigt, die Bäume zu fällen. „Ich bin optimistisch, dass wir eine Entscheidung früher bekommen“, sagte Arnim Gabriel, der Sprecher des Bündnisses. „Wenn die Zulässigkeit des Begehrens wahrscheinlich ist, kann die Kommunalaufsicht den Vollzug des Baubeginns aussetzen, noch bevor die Prüfung der Unterschriften vollständig durchgeführt ist.“

Die Stadtverwaltung hat mehrmals darauf hingewiesen, dass es nicht möglich sei, die Linden zu erhalten. Sollten die 48 Bäume stehen bleiben, sei der geplante, 15,6 Millionen Euro teure Umbau der Untertrave nicht mehr zu realisieren. Die Fördergelder von EU, Bund und Land (rund zehn Millionen Euro) stünden nicht mehr zur Verfügung. SDF

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