Kakadu Otis darf fliegen

Vögel müssen fliegen, das ist enorm wichtig für ihre Gesundheit. Otis ist, seit er fliegen darf, viel ausgeglichener und entspannter und es macht ihm sichtlich Spaß. (Fotos: Hö)

Lübecker Ehepaar trainiert regelmäßig mit seinem Kakadu auf dem Sportplatz am Bäckergang und ist damit schon zu einer kleinen Attraktion geworden.

Kakadu Otis

Stockelsdorf/Lübeck. Corinna Peeters steht mit Kakadu Otis auf dem Sportplatz und gibt das Kommando. Der weiß gefiederte Salamonenkakadu spreizt die Flügel und erhebt sich in die Luft. Mit freudigem Kreischen dreht er eine Runde nach der anderen, bevor er wieder zur Landung auf dem Arm seiner Halterin ansetzt. „High Five“, sagt Corinna Peeters und hebt die Hand.

Mit einem lauten „High“ hebt auch Otis die Kralle und legt sie an die Hand.

„Seit wir das Flugtraining täglich machen, ist Otis viel ausgeglichener und entspannter“, sagt Corinna Peeters. Der hochintelligente zweieinhalbjährige Vogel hat sich gelangweilt und war unzufrieden, was er mit lautem Gekreische kundtat. Die Biologin Hildegard Niemann aus Bretten, spezialisiert auf Papageienbetreuung, gab schließlich den Tipp mit Otis regelmäßig ein Flugtraining zu absolvieren.

Über den Fliegerclub Deutschland hat das Ehepaar Peeters dann den Aviator bezogen. Das ist ein Brustgeschirr, das in verschiedenen Größen für unterschiedliche Papageienarten entwickelt wurde. Leinen in verschiedenen Längen von einem bis 35 Metern ermöglichen dann das Fliegen. Die Leinen sind aus Gummi und können sich bis auf über 100 Meter dehnen. Durch den sanften Zug, der bei der Dehnung entsteht, wird der Vogel daran erinnert wieder zurück zu kommen. Das Ziel des Trainings ist es, dass der Kakadu allein und ohne Leine fliegen kann.

Vor einem Jahr ist das Paar nach Lübeck an die Stadtgrenze zu Stockelsdorf gezogen und hat anfangs auf einem Bolzplatz mit Otis trainiert. „Dort ist aber das Gras zu lang, weil es nicht regelmäßig gemäht wird“, erklärt Corinna Peeters. Wenn die Leinen im hohen Gras liegen, ist der Start für den Vogel problematisch. Außerdem werden die Leinen dann feucht, was das Fliegen durch das erhöhte Gewicht schnell unmöglich macht. Zudem wurde der Platz zu klein und das Paar suchte nach einer Ausweichmöglichkeit.

„Ich bekam einen Anruf von Frau Peeters, die fragte, ob sie den Sportplatz am Bäckergang mieten dürfte“, erzählt Pitty Wegner, die die Geschäftsstelle des ATSV führt. „Das habe ich abgelehnt, weil ich dachte, dort soll gefeiert werden. Bis ich dann dahinter kam, was das Ehepaar Peeters vorhat. Da war ich fasziniert.“ Nicht nur Pitty Wegner, auch Spaziergänger und andere Sportler stehen oft staunend da, wenn sie Otis beim Flugtraining zuschauen.

Bis zu einer Stunde täglich darf der Kakadu fliegen üben. Abends findet dann das Kopftraining statt. Vom Pappbecherstapeln über Puzzeln und Skateboardfahren bis zum Balancieren auf einem Ball und Bringen von Gegenständen hat Otis schon vieles gelernt. „Zurzeit lernt er Klavierspielen“, so Corinna Peeters und ergänzt schmunzelnd: „Meistens ist er noch dabei, die Tasten des Kinderklaviers auseinander zu nehmen.“

Das Veterinäramt hat das Ehepaar Peeters schon mehrfach besucht und ist zufrieden mit der Haltung des Kakadus. „Das Flugtraining ist enorm wichtig für die Gesundheit der Vögel“, so Corinna Peeters.

„Wir sind sehr dankbar dafür, dass der ATSV Stockelsdorf uns so freundlich aufgenommen hat und dass Herr Wolter den Rasen so gut pflegt.“ HÖ

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Papageienhalter, die mit ihren Vögeln auch das Fliegen trainieren möchten, können sich unter Tel. 0451/50 63 20 02 mit dem Ehepaar Peeters in Verbindung setzen. Weitere Infos gibt es auch auf www. flieger-club.eu
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2 Antworten auf &‌#8222;Kakadu Otis darf fliegen&‌#8220;

  1. christa Hoppe , Hörn 2 23623 Ahrensbök OT Lebatz sagt:

    Artgerecht kann das wohl kaum sein. ! Aber es ist ja vom Veterinärarzt abgesegnet…alles klar, der hat vielleicht mehr Ahnung von Ochs und Kuh. Tierliebe sieht für mich jedenfalls anders aus.

  2. R.M. sagt:

    http://papageienschutz-aktuell.de/beitraege/?page_id=123 – soviel mal dazu. Höchst fragwürdig, was dort betrieben wird.

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