Ostholstein: Platz 1 bei Krankmeldungen

Nils Junker und Nadine Sevegnani stellten den Report vor. (Jabs)

Ostholsteiner sind häufiger krankgeschrieben als alle anderen Schleswig-Holsteiner – und Frauen öfter als Männer. Das ist in aller Kürze das Ergebnis des DAK-Gesundheitsreportes 2016, den DAK-Serviceleiter Nils Junker jetzt gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Ärztenetzes Eutin-Malente, Nadine Sevegnani, vorstellte. Mit 4,5 Prozent liegt Ostholstein über dem Landesdurchschnitt von vier Prozent. Gleichzeitig ist der landes- und bundesweite Trend einer Zunahme der Krankschreibungen auch für Ostholstein festzustellen: 2014 belief sich der krankheitsbedingte Arbeitsausfall auf 4,2 Prozent. Für Schleswig-Holstein stehen 3,9 Prozent in 2014 vier Prozent in 2015 gegenüber.

Die meisten Fehltage (23 Prozent) sind laut DAK durch Erkrankungen des Muskel- Skelett-Systems verursacht. Es folgen psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 20,7 Prozent. Für die Beeinträchtigungen des Atemsystems beläuft sich der Anteil auf 12,7 Prozent.

Über die Gründe, weshalb Ostholstein die meisten Kranken im Lande hat, kann nur gemutmaßt werden: Faktoren könnten der Altersschnitt der Bevölkerung, aber auch die Entfernungen zum Arbeitsplatz und die Branchen, in denen überwiegend gearbeitet wird, sein, so Junker. Dazu käme möglicherweise ein verändertes Bewusstsein sowie die langen Wartezeiten auf Therapieplätze und Facharzttermine. „Wir empfehlen Arbeitgebern auf jeden Fall dringend, die Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung auszuschöpfen“, sagt Junker. Krankenkassenübergreifend könnten vorbeugende Maßnahmen in Anspruch genommen werden, für die entsprechende Fördertöpfe existieren.

In einem Sonderschwerpunkt widmet sich der DAK- Report den Unterschieden im Krankenstand von Männern und Frauen: Hier ist der bundesweite Status quo, nach dem Frauen häufiger krank sind, auch für Ostholstein gültig: Um zwölf Prozent höher lag der Krankenstand für das weibliche Geschlecht laut der Auswertung der Fehlzeiten. Bei psychischen Erkrankungen (47 Prozent mehr bei den Frauen) war der Unterschied besonders gravierend, während Herzkreislauf-Erkrankungen für die Männer häufiger der Grund für Fehltage sind. Auffällig: 79 Prozent der befragten Frauen gaben an, trotz Krankheit zur Arbeit gegangen zu sein, bei den Männern waren es 60 Prozent. AJ

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