Weitere umstrittene Vorfälle in der Polizeischule

So langsam wird deutlich, warum es Veränderung bei der Leitung der Landespolizeischule in Eutin gegeben hat. Die Einrichtung kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus.

Dort hat es mindestens einen weiteren sexuellen Übergriff gegeben, wie NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin berichten.

Beide Redaktionen konnten polizeiinterne Unterlagen einsehen, in denen ein Vorfall aus dem Jahr 2015 dokumentiert ist. Danach hat ein Ausbilder eine 17-jährige Polizeischülerin bei einem Polizeifest sexuell bedrängt. Der betroffene Beamte erhielt zunächst einen Verweis. Wenig später wurde er in die Polizeidirektion Lübeck versetzt und zugleich befördert. Wegen Personalmangels kehrte er nach wenigen Monaten als Ausbilder an die Eutiner Polizeischule zurück.

Wie die Lübecker Nachrichten erfahren haben, sind gegen den Beamten weitere Belästigungsvorwürfe bekannt geworden. Gegen den 44-Jährigen sei inzwischen ein weiteres Disziplinarverfahren eröffnet, und er sei zum Streifendienst zur Polizeidirektion nach Lübeck versetzt worden.

Nach Darstellung des Fraktionsvorsitzenden der Piraten im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Patrick Breyer, sind dem Innenministerium mehrere Vorgänge bekannt. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage vom Mai 2016 hatte das Innenministerium „Distanzunterschreitungen zwischen Ausbildungspersonal und Auszubildenden“ in sehr wenigen Einzelfällen eingeräumt. Breyer: „Wir Piraten fordern nach diesem anscheinend wiederholten Führungsversagen einen kompletten Neustart der Polizeiausbildung in Eutin.“ Foto: vg

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