1500 demonstrieren beim CSD

Tausende Schwule, Lesben und Transsexuelle demonstrierten am Wochenende in Lübeck beim Christopher Street Day für ihre volle rechtliche Gleichstellung. (Manhattan Gay Events)

Schwule und Lesben fordern gleiche Rechte wie Heterosexuelle.

Die Parade, die am Sonnabend durch die Lübeck Innenstadt zog, sah für viele Schaulustige wie eine riesige Party aus. Tatsächlich aber war es einen Demonstration: Beim Christopher Street Day (CSD) demonstrieren Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle für ihre volle rechtliche Gleichstellung. In Lübeck taten sie das mit neuer Rekordbeteiligung:

Mehr als 1500 Demonstrationsteilnehmer hat die Polizei gezählt, zig tausende sahen ihnen am Straßenrand dabei zu, viele von ihnen feierten zwei Tage lang an der Untertrave ein fröhliches Straßenfest.

„Das Feedback war wirklich der Wahnsinn“, kommentiert Christian Till, der Vorsitzende des Vereins, der den CSD veranstaltet. Die Menschenmassen sind ein wichtiges Zeichen: Es geht den Homosexuellen um die komplette Gleichstellung mit Heterosexuellen, zum Beispiel bei der Ehe oder beim Adoptionsrecht. „Die vielen Menschen bestätigen einfach, wie notwendig diese Forderungen in unserer Gesellschaft immer noch sind“, sagt Christian Till. Für den Vereinsvorsitzenden zeigt die große Demonstration aber auch, wie wohlgesonnen viele Lübecker dem Thema gegenüber stehen: „Lübeck ist nicht nur eine schöne, sondern auch eine tolerante Stadt.“ Das erlebe er immer wieder, sowohl in den Vorbereitungen zum CSD, als auch im Alltag, so Till.

Dennoch: Die Grundstimmung in der homosexuellen Gemeinde ist alles andere als gut: Viele fürchten, dass ein Rechtsruck in der Politik die Situation für Schwule und Lesben in Deutschland wieder erschweren könnte. Christian Till will sich nicht festlegen: „Bei der derzeitigen politischen Situation ist darauf noch gar kein Ausblick möglich.“ Weiter gekämpft wird auf jeden Fall. Spätestens beim 16. Lübecker CSD im kommenden Jahr. OP

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