Ein Abschied mit Vorfreude auf das, was kommt

Von diesem Schreibtisch aus hat Bürgermeister Gerd Schuberth 14 Jahre lang die Verwaltung geführt. (ES)

Am Sonntag endet die Amtszeit von Bad Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth. 14 Jahre lang war er Chef der Verwaltung.

Bad Schwartau. „Ich freue mich auf die zukünftige Zeit“, sagt ein sehr entspannt wirkender Gerd Schuberth, der noch einmal, obwohl er eigentlich schon Urlaub hat, ins Rathaus gekommen ist, um letzte Sachen aus seinem Büro, das 14 Jahre lang sein Arbeitsplatz war, zu holen. „Ich kann die Dinge geordnet an meinen Nachfolger übergeben und weiß, dass ich mich auf die Mitarbeiter im Rathaus verlassen kann. Sie werden meinem Nachfolger die Loyalität entgegenbringen, die sie auch mir entgegengebracht haben.“ Er blicke nicht mit Wehmut zurück, sagt der erste direkt gewählte Bürgermeister Bad Schwartaus, „sondern mit Freude. Es war eine befriedigende Zeit für mich.“

Zur „insgesamt positiven Bilanz“ der vergangenen 14 Jahre zählen für den 63-Jährigen beispielsweise die Eröffnung von Kino und P1-Center, die Ansiedlung von Wohn- und Gewerbegebieten, die Etablierung Bad Schwartaus als Standort für das Schleswig-Holstein-Musik Festival sowie die Jubiläen zu 100 Jahre Stadt Bad Schwartau und 100 Jahre Verleihung des Titels Bad. Auch die Betreuung der Flüchtlinge sei gut gelungen. „Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer in der Stadt hätte diese zusätzliche Aufgabe nicht erfüllt werden können“, lobt Schuberth.

Weniger erfreulich seien die Themen, die Bad Schwartau schon lange beschäftigen: die langwierige Innenstadtneugestaltung inklusive Platanendiskussion sowie die Folgen der Hinterlandanbindung durch die feste Fehmarnbeltquerung und der 380 kV-Trasse für Bad Schwartau. „Und ich bedaure, dass das Amtsgericht in Bad Schwartau geschlossen wurde“, sagt Schuberth, der diese Entscheidung der Landesregierung für falsch hält.

In ein tiefes Loch werde er ab Montag nicht fallen, versichert der Volljurist. Dafür sorgt auch ein neues Familienmitglied: die sechs Monate alte Boxerhündin Mila. „Sie hat einen eigenen Kopf und ist noch sehr verspielt. Es macht sehr viel Freude, mit ihr etwas zu unternehmen. Für einen geregelten Tagesablauf ist also gesorgt“, sagt er mit einem Schmunzeln.

An ihn wurden schon einige Bitten herangetragen, Ämter in der Stadt zu übernehmen. Doch Gerd Schuberth winkt derzeit ab. „Ich will zunächst eine Auszeit nehmen.“ Diese soll mindestens bis Ende des Jahres dauern. „Ich werde die Geschehnisse in der Stadt von außen betrachten und mich nicht einmischen“, versichert er.

Gerd Schuberth ist in der Stadt tief verwurzelt. Als Sohn eines praktischen Arztes und Geburtshelfers wurde er in der Stadt geboren und ist dort aufgewachsen. Nach Bundeswehrzeit und Jura-Studium arbeitete er in der Stadt als Rechtsantwalt und Notar. In die Kommunalpolitik holte ihn sein Amtsvorgänger Jochen Wegener. Elf Jahre vor seiner Wahl war der ehemalige CDU-Frakionsvorsitzende bereits stellvertretender Bürgermeister. Für ihn war es immer selbstverständlich in und für Bad Schwartau etwas zu tun. „Bad Schwartau hat sehr viel Charme“. Und in der Heimatstadt Bürgermeister sein zu können – mehr geht nicht. ES

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