Eutins ältestes Menü

Küchenmeister Dieter Lass (Mitte) kocht, unterstützt wird er von seinen Schützenbrüdern Dieter Schädlich (links) und Uwe Paap. (Graap)

Die Schützengilde schwingt in der Showküche den Kochlöffel.

Die Showküche der Landesgartenschau im Küchengarten wird am Sonnabend, 30. Juli, ab 14 Uhr zur Bühne für die Eutiner Schützengilde: Küchenmeister und Gilde-Achtmann Dieter Lass zaubert eine fürstliche Gildetafel, wie sie im 18. Jahrhundert immer, wenn Schützenfest war, serviert wurde.

„Die Vorgabe für die Speisenfolge haben wir einem Dokument von 1725 entnommen, das im Landesarchiv Schleswig verwahrt wird“, berichtet Lass. Aus seiner umfangreichen Rezeptesammlung und mit seinen 54 Jahren Berufserfahrung hat der Koch ein Menü zusammengestellt, das aus der mittelalterlichen Küche hätten stammen können: Auf dem Speiseplan stehen Flusskrebsschwänzchen in Kräutern, Räucheraalsuppe, Filetspitzen vom jungen Rind und Brotpudding mit Brombeeren. Lass hat alles ausprobiert und ist sicher, so hätten es die Altvorderen 1725 auch gemacht.

Zur Hand gehen dem Chef de Cuisine einige talentierte Gilde-Beiköche sowie der Plattdeutsch-Beauftragte Jens Latendorf, denn das Showkochen findet nicht nur unter hochdeutscher Moderation, sondern auch „op Platt“ statt. „Niederdeutsch ist vor 300 Jahren sicherlich die gängige Sprache gewesen. Außerdem hat sich die Schützengilde auf die Fahnen geschrieben, das Plattdeutsche zu revitalisieren“, betont Latendorf.

Das Publikum darf sich auf zwei Stunden beste Unterhaltung und reichlich Probierportionen freuen. Für den Service stehen ebenfalls Schützenbrüder in ihren schmucken Uniformen zur Verfügung. Und wer auf den Geschmack gekommen ist, erhält gegen eine Schutzgebühr eine achtseitige Broschüre, die Gilde-Pressesprecher Uwe Paap gestaltet hat. Darin werden alle Rezepte mit Bildern detailliert beschrieben. Nachkochen ist erwünscht! vg

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