Ostholstein-Museum zeigt grafische Werke von Jörg Immendorff

Der 2007 verstorbene Kunstprofessor Jörg Immendorff zählt zu den bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart. (Dannemann)

„Gestatten, mein Name ist Geschichte!“ lautet der Titel der Ausstellung in Eutin.

Er war ein unbequemer Künstler, der gerne provozierte: Mit Jörg Immendorff starb vor neun Jahren einer der bedeutendsten deutschen Künstler der Gegenwart. Unter dem Titel „Gestatten, mein Name ist Geschichte!“ widmet das Eutiner Ostholstein-Museum am Schlossplatz 1 dem Kunstprofessor seine aktuelle Sommerausstellung.

Bis zum 6. November sind dort ausgewählte Grafiken aus dem Werke von Jörg Immendorff zu sehen. „Wir präsentieren Arbeiten aus seinen unterschiedlichen Werkphasen von den 1980er-Jahren bis 2007“, erläutert Museumsleiterin Dr. Julia Hümme. Die Grafik habe Immendorff zeit seines Schaffens begleitet. Sie vervollständigte auf eine eigene Art und Weise die großen Serien in der Malerei wie „Café

Deutschland“, die ästhetischen Ausflüge als Ausstatter auf der Bühne oder sein Wirken als Bildhauer.

Immendorff malte frühzeitig – im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern seiner Generation – realistisch. Seine Bilderwelt ähnelte lange Zeit einer mit Zitaten und Anspielungen auf die Geschichte und die Kunstgeschichte reich ausgestatteten, fast opulenten Bühne. Die Protagonisten seiner Werke sind Künstlerfreunde, Lehrer, Vorbilder oder Figuren aus anderen Geschichten, zum Beispiel Opern, und immer wieder auch er selbst. Seit 1998 veränderte sich der Stil des Künstlers stark. Selbst sagte er, er wolle seine Gemälde von dem erzählenden Lametta befreien, um zu einer reineren Malerei zu kommen. Ein Grund für den neuen Stil dürfte auch die ALS-Erkrankung gewesen sein, an der Immendorff seit 1997 litt.

„Unsere in Kooperation mit der Düsseldorfer Galerie Breckner entstandene Ausstellung gibt einen Überblick über das grafische Werk Immendorffs. Sie beschränkt sich bewusst nicht nur auf einzelne Mappenwerke oder Motive, sondern will einen möglichst vielseitigen Blick auf die reiche Motivwelt dieses faszinierenden, den Lauf der Weltgeschichte in seinen Bildern vorausahnenden Künstlers bieten“, so Hümme. Neben den kleineren Blättern seien es insbesondere die ungewöhnlich großformatigen Grafiken, die den Betrachter faszinieren. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog. »Geöffnet ist Montag bis Donnerstag von 11 bis 18 Uhr sowie Freitag bis Sonntag und feiertags von 11 bis 19 Uhr.

vg
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