Gemeindearchiv eröffnet

Melanie Zühlke steht im Gemeindearchiv allen Interessierten mit Rat und Tat zur Seite. (AB)

Immer montags und donnerstags können alte Akten im Strohdachhaus eingesehen werden.

Was vor zehn Jahren mit einem „kleinen Kabuff“ im Strohdachhaus begann, wie es Dr. Heiner Herde ausdrückte, ist nun zu einem „Gedächtnis der Gemeinde“ mit einem schon ansehnlichen Archiv geworden.

Das 2005 vom damaligen Bürgermeister Volker Popp initiierte und von Dr. Heiner Herde ehrenamtlich betreute Heimatarchiv war eine Herzensangelegenheit von Otto Rönnpag gewesen, dem einstigen Leiter der „Arbeitsgemeinschaft Gemeindechronik“. Seine Forschungsarbeiten und Sammlungen, aber auch die anderer Heimatforscher wie Heinrich Lunau, Walther Hauffe und Emil Becker bilden den Grundstock.

„Als Volker Popp und ich damals vor all den Bildern und Unterlagen standen, wussten wir nicht, wie wir das jemals sortieren sollten“, erinnert sich Dr. Heiner Herde. Heute sieht man, es ist schon vieles geschafft worden.

Ab sofort können sich immer montags und donnerstags von 10 bis 11 Uhr sowie nach individueller Terminvereinbarung alle Interessierten davon überzeugen, denn mit Melanie Zühlke gibt es dort eine kompetente Ansprechpartnerin, die seit Anfang des Jahres eine feste Halbtagsstelle hat.

Zunächst stehen das Bildarchiv und die Bibliothek zur Verfügung. Nach und nach werden weitere Teile des Bestandes zugänglich gemacht werden. Einen ersten Eindruck bietet die Internetseite:

www.gemeindearchiv.org.

„Es soll ein lebendiges und offenes Archiv sein“, formuliert Bürgermeisterin Hatice Kara die Ausrichtung der neuen gemeindlichen Institution.

Wer vielleicht gerne Näheres wissen möchte, wie ein Haus, das abgerissen wurde, früher aussah, wer nach dem Krieg beim NTSV Strand in der Fußballmannschaft mitgespielt hat oder was man am Strand in den 1920er Jahren trug, sollte das Gemeindearchiv im Strohdachhaus besuchen.

Ihren ausdrücklichen Dank richtete Bürgermeisterin Kara an Dr. Heiner Herde, der ehrenamtlich den Aufbau des Gemeindearchivs über Jahre federführend begleitet hat. Dafür erhielt er nicht nur Dankesworte, sondern auch ein Präsent.

Dr. Herde hat das Archiv auch um eine Bildersammlung erweitert, die heute über 10000 Fotos, Ansichtskarten und Dias umfasst, wobei der gesamte Bestand inzwischen digitalisiert vorliegt. Das neue Gemeindearchiv wird künftig die Akten und Dokumente der Gemeindeverwaltung übernehmen und archivieren, deren Aufbewahrungsfrist abgelaufen sind. Außerdem würde das Archiv dauerhaft oder zeitlich begrenzt Vereins-, Firmen- und private Sammlungen übernehmen. Interessant sind dabei Zeitdokumente aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und auch tatkräftige Unterstützung wird gesucht.

»Weitere Infos unter Telefon 04503/70 35-819

AB
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