Von Knopfmachern und Bootsbauern

Mit dem Handbohrer Löcher in einen Balken bohren oder mit der Pipette im Labor arbeiten, das bieten Helga Martens vom Förderverein des Museums und Museumsleiter Dr. Wolfgang Muth an verschiedenen Aktionstagen während der Sonderausstellung über Werkzeuge alter Berufe. (HÖ)

Im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk wurde jetzt eine neue Sonderausstellung mit Werkzeugen alter Berufe eröffnet.

In einer Sonderausstellung beschäftigt sich das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk zurzeit mit Werkzeugen alter Berufe. Die Ausstellung ist noch bis zum 15.

Januar 2017 zu sehen. Kaum jemand hat heute noch eine Vorstellung davon, mit welchen Werkzeugen ein Stellmacher, Bootsbauer, Schriftsetzer oder Knopfmacher gearbeitet hat. „Wir haben eine reichhaltige Sammlung, und bei einem Gang durch die Magazine kam uns die Idee für eine Ausstellung über Werkzeuge alter Berufe“, erklärte Museumsleiter Dr. Wolfgang Muth.

In der Ausstellung sind historische Einzelstücke, aber auch komplette Werkzeugsätze ausgestellt, die einen Eindruck über die anstrengende Arbeit eines Stellmachers oder Schlossers oder die filigrane Arbeit eines Schriftsetzers oder Knopfmachers vermitteln. Sie zeigen aber auch alte Berufe, die es heute so nicht mehr gibt.

„Wir haben eine komplette Kiste mit Werkzeugen eines Schiffszimmermanns bekommen“, erzählt Muth. Darunter sind verschiedene Kalfaterhammer und Werghaken zu finden. „Mit Werg und Pech wurde früher ein Schiff kalfatert, also die Schiffsplanken abgedichtet“, erklärt der Museumsleiter. Daneben steht eine „Lübecker Kalfaterbütt“, in der das Werg aufbewahrt und je nach Bedarf herausgezogen wurde.

Die Ausstellungsstücke sind beschriftet – fast alle. „Bei einer Zange wissen wir nicht, wozu sie dient“, erklärt Muth. „Deshalb haben wir dort ein Fragezeichen hinterlegt.“ Vielleicht gibt es ja einen Museumsbesucher, der Auskunft darüber geben kann. Ein Rätsel für Kinder zu den verschiedensten Hammersorten gibt es ebenfalls, als Gewinn gibt es einen Universalhammer.

Ein Rahmenprogramm mit Aktionstagen rundet die Ausstellung ab. Unter dem Motto „sägen, hämmern, bohren “ können die Besucher verschiedene Werkzeuge für die Holz- und Metallbearbeitung selbst ausprobieren. Im Labor kann jeder mit einer Feinwaage genaueste Gewichtsbestimmungen vornehmen. Und an den Schmiedetagen, die zweimal im Monat stattfinden, zeigen zwei Hobbyschmiede dieses alte Handwerk in der Museumsschmiede. Dort können sich auch die Besucher selbst am glühenden Eisen versuchen. Die Termine für die Aktionstage werden auf der Homepage der Lübecker Museen bekannt gegeben.

Dies ist die letzte Ausstellung, die der Museumsleiter vor seinem Ruhestand präsentiert. Unterstützt wurde Muth dabei von den Mitgliedern des Vereins für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur, dem Förderverein des Museums. HÖ

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Die Sonderausstellung „Knopfmacher, Bootsbauer, Schriftsetzer. . . Werkzeuge alter Berufe“ ist bis zum 15. Januar 2017 im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk, Kokerstraße 1-3, zu sehen.

Öffnungszeiten sind freitags von 14 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Termine auch außerhalb der Öffnungszeiten beispielsweise für Schulen können unter Telefon 0451/ 30 11 52 vereinbart werden. Der Eintritt kostet drei Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Termine für Aktionstage und weitere Informationen gibt es im Internet unter www.die-luebecker-museen.de.

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