Stadtsanierung: WVE fordert Atempause

Ab Oktober soll der Durchgangsverkehr am Rosengarten versuchsweise ausgesperrt werden. (vg)

Wirtschaftsvereinigung will geplanten Verkehrsversuch in der Eutiner Innenstadt vorläufig stoppen.

Unter den Kaufleuten in der Eutiner Innenstadt herrscht Unruhe: Vielen geht der Stadtsanierungsprozess offenbar zu schnell. In einer für sie ohnehin wirtschaftlich schwierigen Situation – Online-Handel und die Konkurrenz auf der grünen Wiese sorgen für erschwerende Rahmenbedingungen – fürchten zahlreiche Unternehmer weitere Umsatzeinbußen durch langwierige Baumaßnahmen und den geplanten Verkehrsversuch im Bereich Rosengarten/Schlossstraße. Deshalb fordert die Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) von Politik und Verwaltung, die Maßnahmen vorerst zu stoppen und die Anlieger stärker in die Planung mit einzubeziehen. Ein Info-Abend hierzu findet am Dienstag, 12. Juli, um 19 Uhr im Brauhaus statt.

WVE-Chef Klaus Hoth betont in einem Brief an Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz, dass das Vorantreiben der Stadtentwicklung mit behutsamen Baumaßnahmen und eventuellen Maßnahmen zur Verkehrslenkung durchaus wünschenswert wären. Da dabei aber mit erheblichen Behinderungen des Publikumsverkehrs zu rechnen sei, müssten zunächst zusätzlicher Parkraum und ein Parkplatzleitsystem geschaffen werden.

Sorgen machen sich die Geschäftsleute außerdem, dass die Bauarbeiten ins Weihnachtsgeschäft und damit die Hauptumsatzzeit des Einzelhandels fallen könnte, was unbedingt vermieden werden sollte.

Bei ihrer Argumentation bekommt die Kaufmannschaft auch Unterstützung von der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck. Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Rüdiger Schacht schlägt ein zeitlich abgestuftes Verfahren vor: Zunächst Aufnahme von Gesprächen zwischen WVE und Stadt mit Offenlegung der Fakten. Dann Schaffung der Grundlagen für die Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt mit der Umsetzung eines Parkplatzkonzeptes. Erst dann solle die Umgestaltung des Marktplatzes erfolgen. „Erst wenn diese Schritt umgesetzt sind, sollte geprüft werden, ob eine Testphase für die Unterbrechung des Durchgangsverkehrs Rosengarten/Schlossstraße überhaupt noch notwendig ist“, so Rüdiger Schachten.

Die WVE setzt auf die Gesprächsbereitschaft der Stadtväter. „Es gibt nicht wenige Kaufleute, die in dieser Sache ein Bürgerbegehren anstreben wollen. Dies will der Vorstand der WVE unbedingt verhindern“, betont Hoth. Er bietet eine konstruktive Zusammenarbeit an, „um die Stadt Eutin weiterzuentwickeln und der Wirtschaft wieder neue Impulse zu geben“. vg

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