Starkregen: Feuerwehr im Dauerstress

Auf der A1 war ein Fahrzeug von der Autobahn abgekommen und musste geborgen werden. (Böning)

Am Sonnabend mussten die Blauröcke mehr als 50 Mal ausrücken.

Das Unwetter, welches am Sonnabend, 25. Juni, über Scharbeutz und die Lübecker Bucht hinwegzog, verursachte allein bei der Freiwilligen Feuerwehr von Scharbeutz über 50 Einsätze.

Um 17.58 Uhr musste die Ortswehr zum ersten Mal ausrücken, um in Schürsdorf einen Keller leer zu pumpen.

Anschließend gingen die Notrufe im Minutentakt ein, und die Ortsfeuerwehren Scharbeutz, Schürsdorf, Pönitz, Haffkrug und Wulfsdorf waren pausenlos im Einsatz.

„Unterstützt wurden wir vom Einsatzleitwagen (ELW) aus Gleschendorf, der dort die notwendige Koordinierungsstelle bildete, denn zwischenzeitlich musste die Leitstelle aufgrund einer Bombendrohung evakuiert werden – zum Glück nur ein sehr schlechter Scherz“, berichtet Gemeindewehrführer Patrick Bönig.

Innerhalb von knapp vier Stunden rückten die über 80 ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer zu mehr als 50 Einsatzstellen aus.

Schwerpunkt der Einsätze war Scharbeutz mit mehr als 30 Einsatzstellen selber, aber auch Gronenberg und Pönitz am See hatten reichlich Wasser abbekommen.

Immer wieder hieß es Keller auspumpen, Tiefgaragen und Aufzugsschächte auspumpen, umgestürzte Bäume beseitigen, und auch ein Dieselunfall in Haffkrug erforderte den Einsatz der Feuerwehr.

„Eine solche Lage abzuarbeiten und dann noch auf die Leitstelle zu verzichten – wenn auch nur kurzzeitig – ist schon eine echte Herausforderung“, findet Gemeindewehrführer Bönig. „Da ist es gut zu wissen, dass man in den Ortswehren gutes und zuverlässiges Personal hat.“

Neben der zeitweise ausgefallenen Leitstelle, wurden die Feuerwehrmänner an einem Einsatzort derart bei ihrer Arbeit behindert, dass sogar die Polizei eingreifen musste. „Schade, dass es immer wieder Mitmenschen gibt, die uns das Leben schwermachen“, bedauert der Gemeindewehrführer. „Es lässt sich nur hoffen, dass der Auftritt der Polizei doch noch zu so etwas wie Reue führt. Wir sind ja nicht zum Vergnügen unterwegs.“

Um 17.28 Uhr mussten die Kameraden der Feuerwehren aus Scharbeutz und Pönitz gemeinsam mit den Wehren aus Ratekau, Luschendorf und Sereetz auf die A1 zu einem Verkehrsunfall. Starkregen erschwerte ihre Arbeit an der Unfallstelle. KG

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