Günter Grass-Haus digitalisiert Archivbestand

Inventarisierung soll die Bedeutung für internationale Forschung stärken – empfindliche Originale werden geschont.

Die Sammlung des Günter Grass-Hauses in Lübeck umfasst den bildkünstlerischen Nachlass von Günter Grass. Über 1300 Zeichnungen, Radierungen, Lithographien und Aquarelle aus sechs Jahrzehnten und wichtige Manuskripte des Nobelpreisträgers – unter anderem zu „Mein Jahrhundert“ (1999) oder „Im Krebsgang“ (2002) – befinden sich im Bestand. Anhand dieser Dokumente kann die Entstehung von der ersten handschriftlichen Fassung bis zur letzten Korrekturfahne nachvollzogen werden. Forscher und Ausstellungsmacher aus der ganzen Welt besuchen regelmäßig das Archiv in Lübeck. Nun konnte der gesamte Sammlungsbestand digitalisiert werden.

„Die jetzt abgeschlossene digitale Inventarisierung stärkt das Günter Grass-Haus als Standort der internationalen Forschung“, erklärte Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen. „Kuratoren und Wissenschaftler können das Archiv ab sofort ortsunabhängig und effektiv ohne großen Zeitaufwand nutzen. Darüber hinaus werden die zum Teil äußerst empfindlichen Originale geschont.“ Dank der digitalen Erfassung sei es nun möglich, einen ganzheitlichen Blick auf einzelne Werke von Günter Grass zu werfen: Einerseits können Forscher alle im Museum vorhandenen Fassungen eines Textes unmittelbar abrufen und den Entstehungsprozess verfolgen. Auf der anderen Seite kann man in Presseartikeln und wissenschaftlichen Aufsätzen nachlesen, wie der Text aufgegriffen und verstanden wurde.

Die Digitalisierung wurde durch die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters ermöglicht. Freie und feste Mitarbeiter haben mehrere Monate lang Grafiken, Manuskripte und Ektachrome (Diafilme) des bildkünstlerischen und literarischen Werks gescannt, Fotografien von Exponaten angefertigt und schließlich alles inventarisiert, geordnet und in eine Datenbank eingepflegt. Extrem hochwertige Scanner wurden dazu von der Firma Inotec zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Projekts mit Mitteln des Bundes eigene Scanner angeschafft.

„Ich danke der Staatsministerin für Kultur und Medien für die Unterstützung dieses Projekts, das einen Meilenstein für unser Haus bedeutet“, sagte der Leiter des Günter Grass-Hauses, Jörg-Philipp Thomsa.

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