Trotz Proteste: Poller werden nicht wieder aufgestellt

Trotz des anstehenden Fußballspiels Deutschland gegen Nordirland bei der Europameisterschaft in Frankreich waren zahlreiche Bürger zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauen, Planung und öffentliche Sicherheit (UBPöS) erscheinen. Sie wollten die Politiker davon überzeugen, dass die Entfernung der Poller im Gertrud-Groth-Ring die Sicherheit vor allem der spielenden Kinder gefährdet.

Das Verkehrsgutachten der Gemeinde Stockelsdorf hatte die Entfernung der Poller im Gertrud-Groth-Ring, im Le Portel-Ring und in der Teichstraße/Hermannstraße empfohlen, um so unnötige Umfahrungen zu vermeiden. Daraufhin wurde beschlossen, die Poller versuchsweise für ein Jahr zu entfernen und die Verkehrsflüsse zu beobachten. Die Verkehrszählungen ergaben jedoch keine nennenswerte Zunahme an Fahrzeugen.

Subjektiv empfanden die Anwohner des Gertrud-Groth-Ringes viel zu hohe Geschwindigkeiten in der Spielstraße, in der nur maximal sieben Stundenkilometer erlaubt und Fußgänger, Radfahrer und Autoverkehr gleichberechtigt sind. Die Messungen ergaben eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 23 Stundenkilometern, die Spitzengeschwindigkeit lag bei 47 Stundenkilometern, wie Ordnungsamtsleiter Michael Henk auf Nachfrage mitteilte.

„Einen höheren Schutz als eine Spielstraße auszuweisen kann eine Gemeinde nicht bieten“, erklärte Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann und lehnte Insellösungen für Wohngebiete strikt ab. Zu hohe Geschwindigkeiten seien überall festzustellen, das sei ein gesellschaftliches Problem, so die Verwaltungschefin.

Stephan Passemann (FDP) beantragte über die einzelnen Poller getrennt abstimmen zu lassen. Ebenso wie Passemann wollte auch Gerald Tretow von den Grünen die Anregungen der Anwohner beachten und sprach sich für die Wiedereinrichtung der Poller im Gertrud-Groth-Ring aus. Ralf Labeit von der SPD findet den Verkehr hinnehmbar, sieht aber auch das Problem des zu schnellen Fahrens und stellte die Frage in den Raum, ob dort nicht besser überwacht werden könne.

Die Einzelabstimmung ergab für den Gertrud-Groth-Ring bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung ein klares Bild mit zwölf Stimmen dafür, dass die Poller nicht wieder eingesetzt werden. Einstimmig auch das Ergebnis für den Le Portel-Ring und die Teichstraße/Hermannstraße, wo die Poller ebenfalls nicht wieder eingesetzt werden. HÖ

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