Leben mit Typ-2-Diabetes: Wie kann ich Folgeerkrankungen vermeiden?

In vielen Fällen lassen sich Folgerekrankungungen der Diabetes durch eine Behandlung und Veränderung des Lebensstils vermeiden oder zumindest positiv beeinflussen. (Fotolia)

Diabetologen beantworten am Donnerstag, 30. Juni, am kostenlosen Lesertelefon Fragen und geben hilfreiche Tipps.

Fast acht Millionen Menschen leben hierzulande mit einem Diabetes – in 95 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um einen Typ-2-Diabetes. Unter ihnen sind zwei Millionen, die noch nichts von ihrer Erkrankung wissen, aber eine Behandlung benötigen. Insgesamt ist die Zahl der Betroffenen in den vergangenen zehn Jahren um 38 Prozent gestiegen – ein alarmierender Wert . Ihnen allen ist eines gemeinsam: Ihre Körperzellen sprechen immer schlechter auf Insulin an, das für den Transport von Zucker in die Zellen verantwortlich ist. Die Folge: Der Zuckerspiegel im Blut steigt an und mit ihm das Risiko schwerer Folgeerkrankungen. Denn der Diabetes schädigt Blutgefäße und Nerven, erhöht das Risiko unter anderem für Herzinfarkt, Schlaganfall, Augenerkrankungen oder den so genannten Diabetischen Fuß.

Die gute Nachricht: In vielen Fällen lassen sich die Folgeerkrankungen durch Veränderungen im Lebensstil und eine intensivierte Behandlung vermeiden oder zumindest positiv beeinflussen. Bei einer kostenlosen Lesertelefonaktion beantworten erfahrene Diabetologen unter der Rufnummer 0800/5332211 am Donnerstag, 30. Juni, von 10 bis 17 Uhr die Fragen unserer Leser und geben hilfreiche Tipps.

Risikofaktor Gefäßveränderungen: Die größte Gefahr geht von den Gefäßveränderungen aus, die der erhöhte Zuckerspiegel im Blut fördert. Die Folge können Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen anderer Gefäße sein, zum Beispiel im Gehirn, den Nieren oder den Beinen. Nach Angaben des Diabetesinformationsdienstes des Helmholtz Zentrums München sind krankhafte Gefäßveränderungen mit etwa 75 Prozent die häufigste Todesursache für Menschen mit einem Diabetes .

Solche Gefäßveränderungen können bereits in der Vorstufe eines Diabetes auftreten. Um dieses Risiko zu senken, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Der Diabetes muss möglichst frühzeitig erkannt und konsequent behandelt werden. Dabei dient der Langzeitblutzuckerwert HbA1c als wichtige Messgröße, um den Therapieerfolg zu kontrollieren und die Behandlung bei Bedarf zu intensivieren. Wie wichtig dies ist, zeigt eine aktuelle Studie aus den USA: Verzögert sich die Therapieintensivierung bei Patienten mit schlechtem HbA1c um nur sechs Monate, erhöht sich ihr Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt um 20 bzw. 26 Prozent.

Mobilität und Sehvermögen erhalten: Zwei weitere Folgeerkrankungen des Diabetes sind das Diabetische Fuß-Syndrom und Schäden an der Netzhaut der Augen. Auch hier sind Gefäßveränderungen die Ursache: Bei Netzhautschäden – der diabetischen Retinopathie – können die Veränderungen der winzigen Gefäße zu einer Ablösung der Netzhaut und zur Erblindung führen. Um das Fortschreiten dieser Entwicklung zu verhindern, gilt es Risikofaktoren wie Bluthochdruck und einen zu hohen HbA1c- Wert auszuschalten.

Um Gefäßschäden geht es auch beim Diabetischen Fuß-Syndrom – oft im Zusammenspiel mit Nervenschädigungen, einer weiteren Folge des hohen Blutzuckerspiegels: Weil ihre Schmerzwahrnehmung gestört ist, bemerken Betroffene oft nicht, wenn sich am Fuß kleine Verletzungen oder Druckstellen durch Fehlhaltungen oder drückende Schuhe bilden. Entzünden sich diese Stellen, heilen sie wegen der schlechten Durchblutung nur langsam. In schweren Fällen können die Entzündungen sogar Knochen und Gewebe angreifen.

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2211 ist kostenfrei.

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