Ein Sportzentrum für alle

So sieht der Entwurf für das Sportzentrum aus. Grafik: Brien Wessels Werning GMBH Merker Architektur Management GmbH

Für 43 Millionen sollen an der Falkenwiese neue Hallen und Spielfelder entstehen. Das Konzept wird morgen im Sportausschuss beraten.

Es könnte der Anziehungspunkt für alle Aktiven der Hansestadt werden. Ob Fußball oder Judo, Tennis oder Standardtanz, Rasenhockey oder Beachvolleyball, Krafttraining oder Crosslauf: Das geplante Sportzentrum Falkenwiese verspricht, für alle Sportarten die besten Bedingungen anzubieten. So hatte es sich die Lübecker Bürgerschaft gewünscht, als sie 2013 den Auftrag für einen Entwicklungsplan gegeben hatte. Dieser Plan unter Federführung der Sportverwaltung und des Turn- und Sportbunds Lübeck (TSB) wird morgen (16. Juni, 16 Uhr, Dorothea-Schlözer-Schule) im Sportausschuss beraten.

Demnach sollen in einer ersten Umbauphase die Außenanlagen erneuert werden, dann sind die Gebäude der Vereine LBV Phönix, SV Viktoria 08 und Türkischer SV dran. Die bis zu 44 Jahre alten, nicht mehr sanierungsfähigen Konstruktionen werden mit neuen Hallen und Vereinsheimen ersetzt. Auch der Lübecker Judo-Club, der Tanzclub Hanseatic, Sportverbände und Jugendorganisationen werden hierher umziehen. Die Gesamtkosten werden auf 38,5 bis 42,8 Millionen Euro geschätzt.

Die Politiker sind durch alle Lager vom Sportzentrum Falkenwiese sehr angetan. „Das Konzept ist großartig“, sagt Jörn Puhle (SPD). Hauke Wegener (CDU) lobt: „Mir gefällt, dass die öffentlichen Bereiche für alle Lübecker zugänglich sind. Und dass viele Vereine dort zusammenkommen und sich vernetzen können.“ Nach dem Lob sprechen allerdings alle das große Aber aus: „Wer zahlt das? Wie sollen die Vereine das Ganze wuppen?“, fragt nicht nur Volker Krause (BfL). Schon die Finanzierung des ersten Bauabschnitts hat es in sich. Die Kosten für die Erneuerung der Wettkampfbahn, zweier Kunstrasenplätze und weiterer Außenanlagen (knapp drei Millionen Euro) werden zwar zu 90 Prozent vom Bund übernommen. Die Zuwendungen fliesen aber nur, wenn die Hansestadt 1,5 Millionen sofort bereitstellt, um öffentlich zugängliche Bereiche herzurichten. Dieses Geld ist jedoch im Haushalt 2016 nicht vorgesehen.

Auch den Vereinen stehen finanzielle Klimmzüge bevor. Bis 31 Millionen Euro sollen die neuen Hallen und das Haus des Sports kosten. „Die Vereine alleine werden es sicherlich nicht stemmen“, sagt Puhle. Man hofft auf die Hilfe von Stiftungen und Sponsoren. Mit dem Bau ist es aber noch nicht getan, mahnt Krause. „Wer zahlt dann die Betriebs- und die Folgekosten? Am besten wäre, man findet einen Investor für das Sportzentrum und die Vereine mieten bei dem Investor ihre Flächen.“ Detlef Ott, stellvertretender TSB-Vorsitzender, findet es hingegen besser, wenn das Sportzentrum Falkenwiese von den Vereinen selbst betrieben wird. Sorge, dass diese die Betriebskosten nicht stemmen können, hat er nicht. „Für die Vereine wird es am Ende günstig, weil die Betriebskosten ähnlich wie die heutigen sein werden, der Mehrwert der neuen Anlagen ist aber viel höher.“ Außerdem können gemeinnützige Vereine anders kalkulieren als Investoren, so Ott: „Uns geht es nicht um Gewinnmaximierung, sondern darum, Sport zu ermöglichen.“ SDF

Mir gefällt, dass die öffentlichen Bereiche für alle zugänglich sind.“

Hauke Wegener (CDU)

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