Morgenspaziergang statt Morgenzigarette

Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich in jedem Alter. (Fotolia)

Zur Rauchentwöhnung gaben Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung am Telefon viele Tipps .

Viele Menschen nutzten die kostenlose Telefonaktion um sich Tipps von den Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu holen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Gibt es besonders günstige Tage zum Aufhören?

Sicher sind einige Tage günstiger als andere – zum Beispiel solche, an denen man wenig Stress hat und keine allzu großen Verlockungssituationen auf einen warten. Aber so manch einer hat sich auf der Suche nach dem idealen Rauchstopp-Tag auch verzettelt – und immer wieder Gründe gefunden, warum genau dieser nicht geeignet ist. Auch wenn es den „perfekten Ausstiegstag“ vielleicht nicht gibt: Indem man den Rauchstopp gut vorbereitet, kann man selber dazu beitragen, dass der erste Tag ohne Zigarette möglichst optimal verläuft.

Wie lässt sich übermäßiges Zunehmen verhindern, wenn man nicht mehr raucht?

Wenn Sie sich drei bis viermal in der Woche eine Stunde lang bewegen. Nutzen Sie dabei jede Chance – nehmen Sie die Treppe und nicht den Fahrstuhl, nutzen Sie das Fahrrad und nicht das Auto, gehen Sie zu Ihrer Nachbarin, statt zu telefonieren. Wenn Sie dann noch auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen und moderatem Konsum von Fett und Zucker achten, können Sie Fettpölsterchen vermeiden. Wer möchte, kann vor dem Rauchstopp sein Gewicht etwas reduzieren. Das sollte man aber nur tun, wenn es einem leicht fällt. Dabei kann man so viel Gemüse wie möglich (auch roh) und ein halbes Pfund Obst täglich essen.

Ich bin starker Raucher und fürchte, es allein nicht zu schaffen. Gibt es irgendwo professionelle Unterstützung?

Nichtraucher-Kurse erhöhen laut Statistik die Chance, für immer vom Glimmstängel los zu kommen, Adressen finden Sie zum Beispiel unter www.anbieter-raucherberatung.de. Die meisten Krankenkassen zahlen die Gebühren anteilig oder ganz. Zusätzlich können Nikotinersatzmittel wie Nikotinkaugummis oder Nikotinpflaster die Tabakentwöhnung unterstützen, gerade wenn jemand viel geraucht hat. Allerdings nehmen diese Präparate Ihnen nicht die Aufgabe der Verhaltensumstellung ab. Diese lernen Sie in den genannten Kursen.

Ab wann spricht man von einer Abhängigkeit? Ich rauche nur ab und zu mal eine am Tag.

Auch bei wenigen Zigaretten pro Tag kann sich eine Abhängigkeit entwickeln. Dabei ist vor allem die psychische Abhängigkeit vom Rauchen nicht zu unterschätzen. Mit dem weltweit anerkannten Fagerström-Test kann man mehr über die eigene Zigarettenabhängigkeit herausfinden. Der Test steht unter www.rauchfrei-info.de. Beim Rauchen gibt es übrigens keine risikoarme Konsummenge. Auch vergleichsweise wenige Zigaretten erhöhen das Krankheitsrisiko, zum Beispiel für Herz-Kreislauferkrankungen.

Ich bin jetzt kurz vor der Rente und meine Frau meinte, das wäre doch ein guter Anlass, endlich aufzuhören. Aber würde das noch was bringen?

Natürlich ist es umso besser, je früher man mit dem Rauchen aufhört. Doch Aufhören lohnt sich in jedem Alter. Schon nach zwölf Stunden sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut und der Sauerstoff-Spiegel steigt auf normale Höhe – damit nimmt auch die körperliche Leitungsfähigkeit zu. In der Regel stabilisiert sich innerhalb von drei Monaten der Kreislauf. Nach maximal neun Monaten gehen Hustenanfälle, Verstopfung der Nasennebenhöhlen und Kurzatmigkeit zurück. Die Lunge wird allmählich gereinigt, indem Schleim abgebaut wird. Die Infektionsgefahr verringert sich. Auch wer im mittleren oder höheren Erwachsenalter mit dem Rauchen aufhört, erhöht statistisch gesehen seine Lebenserwartung um wertvolle Jahre.

Am liebsten rauche gleich nach dem Aufstehen, das macht mich wach. Wie soll ich das als Nichtraucher ersetzen?

Überlegen Sie sich schon vorab Alternativen zur morgendlichen Zigarette. Schaffen Sie ein neues, genussvolles Wachmacher-Ritual: Ein Spaziergang, Morgengymnastik, wechselwarmes Duschen, die Lieblings-CD oder Sie starten den Tag mit einer kleinen Teezeremonie, bei der Sie sich grünen oder schwarzen Tee frisch zubereiten.

Auf Kaffee sollten diejenigen verzichten, bei denen die Tasse Kaffee automatisch mit einer Zigarette verbunden ist bzw. vor dem Rauchstopp war. Genauso gut können Sie auch ein anderes Ritual einführen: Essen Sie zum Beispiel gleich nach dem Aufstehen einen Apfel.

Die Clique um meinen Sohn raucht gerne Shisha. Ist das nun gesundheitsschädlich oder nicht?

Tabakrauch bleibt ein Giftgemisch – auch wenn er aus einer Wasserpfeife kommt. Wasserpfeifenrauch enthält giftige Metalle, Kohlenmonoxid und andere Stoffe, die die Lunge schädigen. Auch krebserzeugende Substanzen finden sich im Rauch von Wasserpfeifen. Shisha-Rauchen ist also klar gesundheitsschädlich.

Stimmt es, dass Rauchen nicht nur für Lungenkrebs, sondern für Krebs allgemein ein Risiko ist?

Fakt ist, dass Rauchen zwischen 25 und 30 Prozent aller Krebserkrankungen verursacht. Darunter nimmt Lungenkrebs einen „prominenten“ Platz ein. Ungefähr 85 Prozent aller tödlich verlaufenden Lungenkrebserkrankungen werden durch das Rauchen verursacht. Aber Rauchen erhöht ebenso das Risiko von Mundhöhlen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen-, Blasen- und Nierenkrebs. Bei Frauen begünstigt das Rauchen zudem die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Auch wurden vermehrt Belege für einen Zusammenhang zwischen Rauchen und der Entstehung von Brustkrebs gefunden.

Wieso lässt Rauchen eigentlich die Haut schneller altern? Hört das mit dem Rauchstopp auf?

Die giftigen Substanzen des Tabakrauchs sorgen dafür, dass das Collagen der Haut schneller abgebaut wird. Collagen ist ein wichtiger Stabilisator und eine Voraussetzung für ein glattes und straffes Hautbild. Außerdem wird die Haut von rauchenden Menschen mit weniger Sauerstoff und Feuchtigkeit versorgt. Daher neigen sie stärker zu vorzeitiger Faltenbildung. Bei Raucherinnen altert die Haut übrigens noch schneller als bei Rauchern. Nach dem Rauchstopp wird die Haut besser durchblutet und sieht schon nach ein paar Tage frischer aus.

Reicht es, unser Raucher-Auto ordentlich zu lüften, wenn unser Enkel mitfährt?

Nein, die Konzentration des Qualms in einem verrauchten Fahrzeug ist wegen des begrenzten Raums besonders hoch. Es reicht nicht aus, das Fenster zu öffnen. Im Auto sollte generell nicht geraucht werden, vor allem wenn Kinder dabei sind. Denn Kinder sind in Bezug auf Tabakrauch besonders empfindlich, da sie häufiger als Erwachsene einatmen und ihr Körper die Giftstoffe schlechter beseitigen kann. Wenn Kinder unfreiwillig mitrauchen, wird ihr Immunsystem geschwächt. Sie leiden häufiger unter: Bronchitis, Lungenentzündung, Asthma und anderen chronischen Atemwegserkrankungen sowie unter Mittelohrentzündungen, Allergien, Hirnhautentzündungen und Karies.

Meine Aufhör-Versuche sind immer wieder gescheitert. Gibt es einen Trick, es zu schaffen?

Der Ausstieg ist aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials von Zigaretten oft schwer und gelingt bei vielen erst nach mehreren Anläufen. Zu Ihrer Ermutigung sei gesagt: Rückfälle können die Erfolgswahrscheinlichkeit für das nächste Mal sogar erhöhen – wenn Sie sich mit den Gründen dafür beschäftigen und sich passende Unterstützung suchen. Vielleicht nehmen Sie sich beim nächsten Versuch mehr Zeit für die Vorbereitung. Hilfe finden Sie zum Beispiel unter www.rauchfrei-info.de. Besonders beliebt: das Rauchfrei-Startpaket.

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Das Rauchfrei-Start-Paket u.a. mit Info-Broschüre, Kalender für die ersten 100 Nichtraucher-Tage, Anti-Stress-Ball, Pfefferminzpastillen ist kostenlos zu bestellen per E-Mail: order@bzga.de, per Post: BZgA, 50819 Köln oder per Fax: 0221/8992257.

Weitere Info bei der Beratung für Rauchentwöhnung der BZgA unter Telefon 0800/8313131 (kostenlose Nummer) Mo-Do. 10-22 Uhr, Fr-So. 10-18 Uhr.

Oder unter www.rauchfrei-info.de oder www.rauchfrei-programm.de: Gruppenkurse in Wohnortnähe, Kostenerstattung.

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