Ein „weiblicher Freischütz“ auf der Festspielbühne

Die „Macher“ der Eutiner Festspiele: Arend Knoop, Dominique Caron und Sabine Kuhnert (rechts) in den aktuellen Kulissen. (Jabs)

Hochbetrieb bei der Sommeroper – Programm für 2017 steht auch schon.

Seit Montag wird auf der Opernbühne im Eutiner Schlossgarten geprobt – der „Freischütz“ wird am 24. Juni um 20 Uhr die 66. Spielzeit eröffnen. Ein echter Eutiner Klassiker also, den man so aber noch nicht gehört hat. Nicht nur die Inszenierung durch Intendantin Dominique Caron weckt Erwartungen, auch dass erstmals Regie, Dramaturgie und Dirigat in weiblichen Händen liegen, darf besonders erwähnt werden: „Es freut mich, dass die Tatsache, dass eine Frau die musikalische Leitung innehat, nicht für Aufregung sorgt. Etwas Besonderes ist es aber dennoch“, unterstrich Caron im Pressegespräch. Und Geschäftsführerin Sabine Kuhnert ergänzte: „Wir haben hier in diesem Jahr einen ‚weiblichen Freischütz‘! Das gab es so noch nicht.“

Auch vom Vorverkauf gab es gute Nachrichten zu vermelden: „Mit aktuell 13000 verkauften Tickets, das sind rund 1000 mehr als im Vorjahr um diese Zeit, liegen wir bereits jetzt bei einer Auslastung der Vorstellungen von über 50 Prozent“, teilte Kuhnert mit. Die Arbeit rund um die Bühne, die sich ab Juni wechselnd in die morbide-romantische Welt des „Freischütz“, in das Spanien der „Carmen“ und in die Pfalz als „Vogelhändler“-Set verwandeln wird, würdigte Dominique Caron ausdrücklich: „Ich bin begeistert von dem, was geleistet wurde!“ Und auch den Solisten bescheinigte sie durch die Reihe eine hervorragende stimmliche Qualität: „Ohne ein Vorsingen kommt keiner auf diese Bühne, und jeder, der dort steht, ist ein Herzenswunsch“, beschreibt sie ihre Auswahl.

Mit der Neuauflage der Movie-Night am 27. August um 20.30 Uhr wurde ein Publikumswunsch erfüllt. Zu sehen sein wird das Blumenmädchen-Märchen „Lichter der Großstadt“ von Charlie Chaplin.

Neu ist, dass zwei Orchester die Festspiele begleiten. Neben dem Festspielorchester, das sich hauptsächlich aus Musikern norddeutscher Opernhäuser zusammensetzt, wird die 2016 gegründete Kammerphilharmonie Lübeck zu hören sein. Unter der Leitung von Chefdirigent Leo Siberski ist sie bei der Aufführung der „Carmen“ zu erleben.

Die Gedanken des Führungsteams sind aber zum Teil schon im Jahr 2017: Dann wird das doppelt schöne Opernerlebnis „Cavalleria rusticana/Der Bajazzo“ ebenso auf dem Programm stehen wie die beliebte „Fledermaus“. Auch das hergerichtete Gelände rund um die Opernscheune soll Teil der Inszenierung werden, etwa bei einem Maskenball zur Operettenpremiere.

Nur für dieses Jahr ist das Vorverkaufshäuschen am Jungfernstieg reaktiviert worden. Es fungiert auch als Abendkasse. Jeweils eineinhalb Stunden vor Vorstellungsbeginn ist mit einem Festspielticket für die jeweilige Aufführung ein Einlass auf das Landesgartenschaugelände kostenfrei möglich.»Weitere Infos zu Tickets und Programm online unter www.eutiner-festspiele.de

AJ
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