Informelles Planungskonzept beschlossen

Waren am Montag auf Einladung des Bundespräsidenten in Berlin: Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann und Bürgervorsteher Harald Werner mit Joachim Gauck beim Empfang im Park von Schloss Bellevue. (hfr)

Stockelsdorf. Nachdem ein Gericht den Landesentwicklungsplan zur Windenergienutzung gekippt hatte, erfolgt zurzeit die erneute Teilfortschreibung für diesen Landesentwicklungsplan. Hierbei geht es darum, Flächen auszuweisen, auf denen Windkraftanlagen errichtet werden können. Im Zuge dieses Verfahrens werden erneut alle Städte und Gemeinden dazu aufgerufen, geeignete Flächen zu benennen. Die Gemeinde Stockelsdorf hat dafür das Lübecker Planungsbüro Prokom mit der Erstellung eines informellen Planungskonzeptes beauftragt. Dieses stand nun auf der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung.

Im Ergebnis sieht das Planungskonzept neben der bereits überplanten Fläche bei Obernwohlde keine weiteren Flächen als geeignet an. Hierbei spielt vor allem die besondere Belastung der Gemeinde Stockelsdorf durch die 380-kV-Leitung und das geplante große Umspannwerk bei Pohnsdorf hinein. Helmut Neu (UWG) bedauerte, dass bei so instabilen Kriterien die Gemeinde bis Ende Mai ein Urteil abgeben muss. Jan Jensen (SPD) begrüßt, dass die Einkreisungswirkung der Dorfschaften im Entwurf berücksichtigt wurde. Holger Matthusen (CDU) kritisierte, dass in Stockelsdorf über zehn Windkraftanlagen gejammert werde, und verwies auf die Vielzahl von Anlagen an der Nordseeküste.

Hartmut Hamerich bekräftigte, dass sich auch Stockelsdorf an der Energiewende beteiligen müsse. Gleichzeitig kritisierte er, dass man übereilt vorgegangen sei und die Bürger nicht mitgenommen habe.

Niemand stelle die Energiewende infrage, aber man müsse sich fragen, wieviel Strom Schleswig-Holstein denn überhaupt produzieren wolle und danach die Anlagen genehmigen.

Auch Manfred Jaeger (SPD) befand, dass die Gemeinde eine Menge Belastung zu tragen habe. Im Übrigen habe Stockelsdorf mit der bestehenden Fläche seinen Anteil erfüllt. Dem vorgestellten Planungskonzept stimmten die Gemeindevertreter einstimmig zu.

Ein Novum am Rande: Sowohl Bürgervorsteher Harald Werner als auch Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann waren am Montag in Berlin und konnten daher nicht an der Gemeindevertretersitzung teilnehmen.

Sie waren der Einladung des Bundespräsidenten gefolgt, der am Tag des Grundgesetzes zu einer Veranstaltung zum Thema „Gelebte Demokratie in den Kommunen“ ins Berlin Congress Center geladen hatte.

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