Eutin hilft beim Brunnenbohren

Nadia Nashir, Wolfgang Schiller und Klaus-Dieter Schulz präsentieren mit Bildhauer Jens Saffarrek (2. v. l.) die Brunnen-Skulptur, die der Künstler zur Anschauung für das Brunnenprojekt entworfen hat. (Graap)

Sauberes Wasser: Friedenskreis und Amnesty werben um Spenden für Projekt des Afghanischen Frauenvereins.

„Brunnen für Afghanistan – Eutin hilft“: Unter diesem Motto starten der Friedenskreis Eutin und die örtliche Gruppe von Amnesty International ein größeres Spendenprojekt. Die Organisationen rufen dazu auf, den Afghanischen Frauenverein zu unterstützen, der in einem der ärmsten Länder der Welt durch lokale Partner Brunnen bauen lässt.

Gerade in den abgelegenen Gegenden Afghanistans – dort, wo keine internationale Hilfsorganisation vor Ort ist – ist die lebensnotwendige Ressource Wasser knapp. „Für die armen Menschen beginnt der Tag damit, oft Stunden zu laufen, um Wasser zu holen – und auch das ist nur verdreckt zu bekommen“, erläutert Wolfgang Schiller vom Friedenskreis. Das bestätigt auch Nadia Nashir, die Vorsitzende des Frauenvereins: „Meist ist es die Aufgabe von Frauen und Kindern, das Wasser über große Entfernungen nach Hause zu schleppen. Die Gefahr geht mit, denn sie haben Angst vor Minen und Wegelagerern, und auch die Qualität des Wassers ist gesundheitsgefährdend.“ Eine Lösung ist der Bau eines Brunnens im Dorf selbst, mit dem bis zu 200 Bewohner mit sauberem Wasser versorgt werden können. Für nur 800 Euro kann so ein Brunnen bebaut werden.

Angestoßen wurde dieses Brunnenprojekt vom im Februar verstorbenen Publizisten Roger Willemsen, der viele Menschen in Deutschland zum Mitmachen bewegen konnte. Seit 2005 wurden so 450 Brunnen errichtet, die insgesamt 90000 Menschen versorgen. „Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Krankheiten gehen deutlich zurück, und wenn das zeitraubende Wasserholen entfällt, haben Frauen und Mädchen wieder Zeit für Bildung“, betont Nadia Nashir.

„Wir haben vor fünf Jahren schon einmal Spenden für diese Aktion gesammelt und nehmen die Landesgartenschau mit ihren vielen Besuchern jetzt zum Anlass, erneut um Spenden zu werben“, so Schiller. Und Bürgermeister Klaus- Dieter Schulz, der die Schirmherrschaft übernommen hat, will seinen Einfluss geltend machen, damit eine möglichst große Summe für den guten Zweck zusammenkommt. „Auch durch Gespräche mit den Eutiner Bundeswehrsoldaten weiß ich, wie die Wirklichkeit in Afghanistan aussieht. Mir ist es eine Freude, zu helfen, denn diese Aktion kann die Lebenssituation für viele Menschen nachhaltig verbessern“, betont Schulz.

Auf der Landesgartenschau werden die Friedensaktivisten am 21. Juni im Kirchgarten sowie am 19. und 20. August auf der Aktionsfläche im Süduferpark jeweils von 11 bis 17 Uhr über ihr Vorhaben informieren und Überweisungsträger verteilen. „Und wir haben noch weitere Veranstaltungsideen in petto“, kündigt Schiller an. »Infos online unter www.afghanischer-frauenverein.de, Spenden können auf das Konto des Afghanischen Frauenvereins (IBAN:

DE28570800700680 850500) eingezahlt werden.

vg

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