Die Zikavirus-Infektion – einige Fakten

Die Zika-Viren machen die Runde. In südamerikanischen Ländern wie beispielsweise Mexiko, Kolumbien oder Brasilien. Übertragen wird das Virus von der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti, kommt in Deutschland nicht vor) sowie vermutlich von der asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) und es steht unter dringendem Verdacht, bei Ungeborenen der Auslöser für Schädigungen des zentralen Nervensystems, neurologische Störungen sowie Mikroenzephalie (eine Fehlbildung, bei der das Gehirn und auch der Schädel der betroffenen Kinder einen Minderwuchs aufweisen) zu sein.

Obwohl auch andere Ursachen (etwa Chromosomenstörungen) für diese geistigen Behinderungen und körperliche Auffälligkeiten der Neu-, beziehungsweise Ungeborenen nicht auszuschließen sind, erscheint ein direkter Zusammenhang mit Zika-Virus-Infektionen der Mütter während der Schwangerschaft wahrscheinlich.

Vor über 60 Jahren wurde das Virus in Uganda entdeckt und bislang als harmlos eingestuft. Schließlich verursacht es nur leichtes Fieber, gerötete Augen und einen Hautausschlag.

Erst 2014, als sich in Französisch Polynesien binnen eines Jahres ungefähr 10 Prozent der 300.000 Einwohner infizierten und in der Folgezeit 17 Kinder mit Mikroenzephalie geboren wurden, vermutete man einen Zusammenhang. In den Vorjahren hat sich das Auftreten dieser Missbildung dort auf null bis zwei Fälle pro Jahr beschränkt.

Seit Oktober 2015 sind in Brasilien Hirn-Fehlbildungen auffällig häufig aufgetreten – in diesem Zeitraum wurden dort über 11000 Zika-Fälle registriert. Andererseits haben auch mit dem Virus infizierte Schwangere entbunden, deren Kinder nach der Geburt keine neurologischen Auffälligkeiten gezeigt haben. Menschen sind, nachdem sie einmal an Zika-Fieber erkrankt waren, immun. Erfolgt die Erst-Infektion während der Schwangerschaft, kann das dem Ungeborenen Schaden zufügen.

Besteht die Gefahr von Infektionen und einer Ausbreitung in Deutschland?

Es ist fraglich, ob die auch in Europa vorkommende asiatische Tigermücke oder andere heimische Mückenarten in der Lage sind, das Virus zu übertragen. Um das Zika-Virus weitergeben zu können, müsste sich die Mücke zunächst selbst an einem Zika-Erkrankten (Reiserückkehrer) infiziert haben.

Was sollten insbesondere Schwangere bei der Reiseplanung beachten? Bereits im Januar wurde der Fall einer Hirnschädigung eines Neugeborenen in den USA bekannt, dessen Mutter sich während der Schwangerschaft in Brasilien mit dem Zika-Virus angesteckt hatte.

Reisen in Ausbruchsgebiete sollten, wenn irgend möglich, von schwangeren Frauen vermieden werden. Das Auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) sind diesbezüglich immer auf dem aktuellen Stand. Sollte der Aufenthalt in einem betroffenen Gebiet unumgänglich sein, empfiehlt es sich, vor Reiseantritt genaue Informationen bei den oben genannten Stellen und dem behandelnden Frauenarzt einzuholen. Auch mit einem Tropen- oder Reisemediziner zu sprechen, ist sinnvoll. Therapien oder Impfungen gegen das Zika-Virus gibt es bislang nicht, deshalb müssen Mückenstiche konsequent verhindert werden (Insektenschutzmittel, Fenster- und Bettnetze, schützende Kleidung).

Selbstverständlich sollten Menschen, die zuhause Krankheitssymptome entwickeln, für ärztliche Abklärung – unter Hinweis auf die zurückliegende Reise – sorgen. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg zum Beispiel leistet umfassende Zika-Virus-Diagnostik.

Gesunde Grüße aus den

Pinguin-Apotheken

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