Ballverbot beim Grillen mit Kindern

Beim Grillen in Sporttrikots ist besondere Vorsicht geboten. (Fotolia)

Hohe Verbrennungsgefahr durch schnell entflammbare Sporttrikots.

Ob am Feiertag, an einem lauen Sommerabend oder zur Fußball-EM-Party: Wenn die Sonne vom Himmel lacht und befreundete Menschen zusammen kommen, ist in vielen Gärten Grillparty angesagt.

Während die Bratwürstchen auf dem Grill brutzeln, wird gern in der Nähe des Feuers noch eine Runde Ball gekickt, um sich die Wartezeit zu verkürzen. „Das kann allerdings sehr gefährlich werden – besonders wenn Kinder dabei sind“, sagt Martin Hänel vom KKH-Serviceteam in Lübeck. Denn Kinder verlieren das Gespür für Gefahren, wenn sie abgelenkt sind. Im Torrausch kann es passieren, dass der Grill umgeschossen, sich im Stolpern an ihm mit der Hand abgestützt oder das ganze Gestell sogar umgerannt wird – mit bösen Folgen für die Gesundheit der Kleinen.

Eine nicht zu unterschätzende Gefahr besteht auch in den Sporttrikots, die gern im Rahmen einer Grillparty von großen und kleinen Fans getragen werden. Die T-Shirts enthalten in der Regel einen hohen Kunstfaseranteil, der die Brandverletzung erheblich verschlimmern kann. Diese Kunstfasern können allein durch die Hitze der Glut oder durch einen einzigen Funkenflug auf der Haut schmelzen und Brandwunden verursachen. Der Experten-Tipp: „Ob Vater oder Sohn – wer direkt am Grill steht, sollte vorsichtshalber eine Grillschürze aus Baumwolle oder Leinen tragen. Diese Stoffe sind nicht so leicht entflammbar und schützen die Kleidung gleichzeitig vor bleibenden Fettspritzern.“

Kinder sind allein durch ihre Größe besonders gefährdet, sich am Grill Gesicht, Hals und Brust schwer zu verbrennen. „Außerdem ist ihre Haut noch dünner, und der Grad der Brandverletzung kann tiefer und schlimmer sein“, sagt Hänel. Brandwunden sind nicht nur äußerst schmerzhaft, sie können die Kinder ein Leben lang entstellen. Narben wachsen nur bedingt mit und bedürfen oftmals einer stetigen Nachbehandlung bis ins Erwachsenenalter. Wenn ein Grillunfall doch einmal passiert, sollte die betroffene Stelle zehn bis 15 Minuten unter lauwarmes Wasser gehalten werden. Bilden sich große Blasen, muss das Kind auf jeden Fall zu einem Arzt.

Um Kinder vor solchen schwerwiegenden Verletzungen zu schützen, sollten zudem folgende Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden:

• Kinder über Gefahren des offenen Feuers im Vorfeld aufklären

• Kinder dürfen zugucken, unterstützen, aber nicht allein agieren

• Bevor der Grill angezündet wird, Standfestigkeit überprüfen

• Niemals flüssige Brandbeschleuniger wie Benzin, Alkohol oder Spiritus ins Feuer gießen

• Feste Grillanzünder wie Zündwürfel, Anzündriegel oder Grillpaste mit der Bezeichnung „CE-geprüft“ verwenden

• Feuerzeug oder Streichhölzer an einem für Kinder unerreichbaren Ort lagern

• Sicherheitshalber geeignete Löschmittel (Eimer mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke) griffbereit halten

• Niemals Wasser zum Löschen verwenden – bei brennendem Fett besteht die Gefahr einer Stichflamme Damit der Grillgenuss für die Kleinen auch gesund und lecker ist, sollte darauf geachtet werden, dass das Grillgut über dem Feuer nicht schwarz wird. Am besten eignen sich Alufolie oder Alugrillschalen als Unterlage, um zu verhindern, dass Fett, Marinade oder Saft in die Glut tropft und ungesunder Rauch entsteht. Auf gepökeltes Fleisch wie Bockwürste, Kasseler oder Leberkäse sollte beim Grillen besser komplett verzichtet werden. Denn das darin enthaltene Nitritpökelsalz führt bei starker Hitze zur Bildung von krebserregenden Stoffen. Kinder lieben außerdem bunte Farben: So machen Gemüsespieße aus Paprika, Zucchini und Champignons die Grillparty zu einem leckeren und gesunden Spaß für Groß und Klein.

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