Disharmonie beim Shanty-Fest

So war es letztes Jahr: Der Shantychor Möwenschiet eröffnete auf der „Lisa von Lübeck“ das Shanty-Festival in Travemünde. Beide sind diesmal nicht dabei. (HN)

Der Chor „Möwenschiet“ hat seine Teilnahme an der Veranstaltung in Travemünde abgesagt.

40 Chöre werden vom 24. bis 26. Juni im Seebad Travemünde zu Gast sein. Es ist das größte deutsche Shanty-Festival, das nun schon zum vierten Mal entlang der Travepromenade stattfindet. Doch zwei Monate vor der Eröffnung gibt es einen internen Krach um die Eröffnungszeremonie.

Bislang fand die immer auf dem Hanseschiff „Lisa von Lübeck“ statt. Doch diesmal hat Wolfgang Hovestädt, Vorsitzender der Travemünder Kulturbühne und damit Veranstalter des Events, das Bundespolizeiorchester für die Eröffnung vorgesehen. „Am Polizeiorchester habe ich schon lange gearbeitet“, sagt Hovestädt. Jetzt kommt das beliebte Blasorchester nach Travemünde und spielt maritime Lieder. „Die kann man nicht mal eben so nebenbei auftreten lassen“, so Hovestädt. Also soll es die Eröffnung sein. Doch die vierzig Mann würden nicht auf die „Lisa von Lübeck“ passen, erklärt der Kulturbühnen-Chef. Also wird die Eröffnung ohne die Lübecker Kraweel stattfinden. Und auch ohne Auftritt des Lübecker Shantychores „Möwenschiet“, der sonst immer dabei war.

Davon bekam der Möwenschiet-Vorsitzende Egon Ruland Wind und informierte per E-Mail seine Leute: Hovestädt verzichte ohne Not auf eine „einmalige Location“, die Lisa, „und maritime Einstimmung auf ein Shanty-Festival mit einem teilnehmenden Shanty-Chor“. Also Möwenschiet. Von der geplanten Eröffnung hält Ruland nichts: Die Bühne mit dem Bundespolizeiorchester könne man überall hin verpflanzen, schreibt er. Und stichelt: „Aber man hat da natürlich auch mehr Platz für die Riege der Eröffnungsredner.“ Grußworte soll es von Staatssekretär Frank Nägele (SPD), dem Lübecker Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), dem früheren Lübecker Stadtpräsidenten Peter Sünnenwold (CDU) und dem Geschäftsführer der städtischen Marketinggesellschaft Christian Martin Lukas (LTM) geben.

In einer E-Mail vom 27. April sagte „Möwenschiet“ dann ab, nur beim Seemannsgottesdienst wollte der Chor dabei sein. „Die übrigen für den Chor vorgesehenen Termine am Freitag und am Sonntag stellen wir — wie ja auch die Eröffnung — zur Verfügung und werden sie nicht wahrnehmen“, schrieb Egon Ruland an die Kulturbühne. Doch da heißt es ganz oder gar nicht: „Wir werden in diesem Jahr diese musikalische Umrahmung des Seemannsgottesdienstes einem anderen Chor übertragen“, schrieb Wolfgang Hovestädt zurück. „Dennoch würden wir uns freuen, Sie als Besucher auf dem Festival hier und da begrüßen zu können.“

Damit ist Möwenschiet komplett raus beim Travemünder Shanty-Event. Für den Seemannsgottesdienst ist der Passat-Chor im Gespräch. Das Abschlusskonzert mit drei Chören gleichzeitig übernehmen die Sailors aus Lübeck, der Travemünder Shantychor und ein Chor von der Insel Usedom. HN

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