Wasserkunst: Grünes Licht für Luxus-Bauten

Ohne allzu große Debatten hat der Bauausschuss den Bebauungsplänen für zwei Immobilienprojekte der gehobenen Klasse zugestimmt. An der Wasserkunst zwischen Ratzeburger Allee und Wakenitz will die Hamburger B&L Gruppe Stadtvillen und Townhouses errichten. Auf den 38000 Quadratmetern in idyllischer Lage sollen 220 bis 240 Wohneinheiten entstehen. Am Falkendamm, nahe des Brückenwegs, planen der Lübecker Bauverein und die Baugesellschaft Friedrich Schütt + Sohn 60 bis 70 Wohnungen mit freiem Blick auf Klughafen und Altstadt.

Die kleineren Parteien im Bauausschuss griffen beide Bauvorhaben an. Im Baugebiet Wasserkunst wünschten sie sich insbesondere einen Wanderweg entlang des Wakenitzufers. Dieser sei zurzeit nicht möglich, erklärte Stadtplaner Karl-Heinz Bresch, da Lärm und Gerüche der Spaziergänger den Fischotter vergrämen würden. Detlev Stolzenberg (Partei-Piraten) schlug deshalb vor, die Größe der Grundstücke in diesem Bereich zu verkleinern, um Platz für den Fußgängerweg zu schaffen. Um den Vorgaben der Naturschutzexperten zu genügen, müssten die Grundstückgrenzen allerdings um 50 Meter verlegt werden, erwiderte der Stadtplaner, und dafür müsste der ganze Bebauungsplan komplett neu ausgelegt werden. Stolzenbergs Antrag, aus Kostengründen auf die Schallschutzwände auf der Wallbrechtbrücke zu verzichten, wurde ebenfalls abgelehnt.

Unzufrieden waren die Vertreter der kleinen Parteien auch mit den anvisierten Geschossgebäuden am Falkendamm. Sie würden weit höher ausfallen, als im Realisierungswettbewerb vorgegeben. Diese Art Riegel dicht an der Wasserkante werde dem Standort nicht gerecht. Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) widersprach. Es war die vorherige Bebauung, die einen geschlossenen Riegel gebildet hat. Die neuen Häuser seien in Blöcke mit breiten Durchblicken auf das Wasser und die Altstadt aufgelockert. Außerdem müssten sie den Vorschriften des Hochwasserschutzes entsprechen. Dadurch seien sie nur geringfügig höher, als anfänglich vorgesehen. Der Grüne Arne-Matz Ramcke bemängelte zudem, dass die Erschließungsstraße zu nahe an der Böschung geraten sei. Dies würde die Wurzeln der Bäume am Falkendamm beschädigen. Diese Bedenken teilte die Mehrheit der Baupolitiker nicht. Die Vertreter von CDU, SPD und FPD hoben ihre Hand für beide Projekte. Die Bürgerschaft wird kommende Woche endgültig über diese Baupläne beraten. SDF

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