Blauer Engel lässt sich nicht einschüchtern

Der Blaue Engel wurde Ziel eines Anschlags. (Kröger)

Polizei ermittelt nach Schweinekopf-Angriff auf Studentenkneipe — SPD verurteilt den „rassistischen Anschlag“.

Der „Blaue Engel“ lässt sich von dem Schweinekopf-Attacke nicht einschüchtern. Unterstützung bekam die Studentenkneipe in der Clemensstraße von zahlreichen befreundeten Gaststätten und Einrichtungen in der Hansestadt. Auf ihrer Facebook-Seite bedanken sich die Betreiber für die Solidarität in den vergangenen Tagen: „Das ist uns wirklich sehr, sehr viel wert und zeigt uns, dass wir genauso weiter machen“.

Auch der SPD-Kreisverband Lübeck reagierte entsetzt: „Flüchtlinge haben unser Mitgefühl und benötigen unsere Hilfe. Darüber hinaus brauchen sie auch unseren Schutz“, heißt es in einer Pressemitteilung. Man hoffe auf eine rasche Aufklärung dieses „rassistischen Anschlages“.

Unbekannte hatten in der vergangenen Montagnacht zwei Schweinekopfhälften durch die zuvor zerstörten Fensterscheiben der Kneipe geworfen. Im Blauen Engel wird das „Café Welcome“ für Flüchtlinge veranstaltet. Nach Angaben der Polizei ist das Motiv der Täter noch unklar. Da ein politisch motivierter Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt das Kommissariat 5, das sich unter anderem um rassistische Übergriffe kümmert. „Eine heiße Spur gibt es bisher aber nicht“, sagte Polizei-Pressesprecher Dierk Dürbrook.

Bereits in der Nacht zu Ostersonntag war der Blaue Engel zur Zielscheibe eines politisch motivierten Angriffs geworden. Nach Aussage von Mitarbeitern seien drei Neonazis in den Blauen Engel gekommen, hätten „Café Welcome“-Plakate heruntergerissen, den Hitler-Gruß gezeigt und „Sieg Heil“ gerufen. „Es ist erschreckend, was da draußen an rechten Menschen unterwegs ist“, so ein Mitglied des Engel-Teams. Die Betrunkenen seien rausgeworfen worden. Vor der Tür sei der Streit eskaliert und Gäste mit Flaschen verletzt worden. Die Polizei bestätigte die Schlägerei. Laut Einsatzbericht wurden aber zwei Personen gleich beim Betreten des Blauen Engels „als Nazis beschimpft und rausgeworfen worden“, so Anett Dittmer von der Pressestelle der Polizei. Das 1. Revier ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. afu

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