Historisches in Wort und Bild

Freuen sich über den 36. Eutin-Kalender (von links): Bürgervorsteher Dieter Holst, Landrat Reinhard Sager, der zukünftige Bürgermeister Carsten Behnk, die Vorstandsmitglieder Christian Burgdorf, Regine Jepp und Karl August Albers sowie Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz. (Fotos: Graap/hfr)

Bürgergemeinschaft stellt ihren neuen Kalender 2017 „Eutin in alten Ansichten“ vor.

Der alljährlich von der Bürgergemeinschaft Eutin produzierte Kalender „Eutin in alten Ansichten“ ist ein echter Dauerbrenner. Das Druckwerk erscheint seit 36 Jahren und seit 1995 in der heutigen Form: historische Fotografien auf der Vorder-, informative Episoden aus der Stadtgeschichte auf der Rückseite. Der Kalender ist so beliebt, dass er erfahrungsgemäß spätestens bis Weihnachten vergriffen sein dürfte.

„2017 zeigen die historischen Ansichten auf den 13 Seiten Bilder aus der Altstadt“, berichtet Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft und zusammen mit Ehemann Karlheinz Autorin der Texte, die die Geschichte der jeweiligen Abbildungen erläutern. Das Fotomaterial stammt aus dem schier unerschöpflichen Fundus des Vereins, die Geschichten sind dem profunden Wissen und dem jahrelangen Studium historischer Zeitungen der beiden Heimatforscher zu verdanken. Die Texte richten sich an Jahrestagen aus. Im Januar beispielsweise nimmt Regine Jepp die 1927 von Clärenore Stinnes gestartet Weltreise mit einem Automobil zum Anlass, über die zunehmende Motorisierung auch in Eutin zu schreiben. Bereits 1901 ist es in Dodau zum ersten Unfall gekommen, an dem ein Auto beteiligt war. Und noch in den 20er-Jahren ist der Kraftstoff in Apotheken zu bekommen: Ein Liter „Motalin“-Benzin kostet im Jahr 1927 stolze 33 Pfennig — und damit etwa so viel wie ein Pfund Heringe.

Weitere Themen sind der Besuch von Außenminister Willy Brandt anlässlich des Landtagswahlkampfes 1967 in dem mit 800 Zuschauern überfüllten Saal der Schlossterrassen, die Aufführung des Spielfilms „Sprechende Hände“ über Taubstumm-Blinde 1927 im Schlosshotel und der 1947 in Eutin durchgeführten „Europa-Kongress“, zu dem 350 Delegierte aus ganz Deutschland in die Rosenstadt kamen. Angesprochen wird außerdem der Bau der ersten Eutiner Jugendherberge: „Ermöglicht“ wurde dieser durch den Brand einer Windmühle auf der Jahnhöhe im Jahr 1927. Der frei gewordene Baugrund löste die politisch umstrittene Standortfrage. Da baureife Pläne bereits vorlagen, konnte sofort mit der Errichtung der Jugendherberge begonnen werden.

Bei der heutigen Kommunalpolitik kommt der fortwährende Einsatz der Bürgergemeinschaft für die Stadtgeschichte hervorragend an. Für Landrat Reinhard Sager ist er ein wertvoller kultureller Beitrag.

„Wir haben es auch Ihnen zu verdanken, dass Heimatgeschichte nicht aus der Mode gerät“, lobte der Chef der Kreisverwaltung das Engagement von Regine Jepp und Co. Und Eutins Bürgervorsteher Dieter Holst verschenkt das Druckwerk stets zu besonderen Geburtstagen und Jubiläen. „Über den Kalender kommt man schnell mit den alten Eutinern ins Gespräch. Dann heißt es: Weißt du noch … — und schon wandern wir gedanklich durch Alt-Eutin“, schmunzelt Dieter Holst. Der Kalender weckt bei älteren Einwohnern liebevolle Erinnerungen an die eigenen Jugendjahre. »Der Eutin-Kalender 2017 ist ab sofort im LMK-Kaufhaus, im Fachgeschäft Massur und bei Juwelier Schönke zum Preis von elf Euro erhältlich. Gedruckt wurde eine Auflage von 900 Exemplaren.

vg
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