Flughafen bleibt bis Mai in Betrieb

Insolvenzverwalter darf ein Grundstück versilbern. Dritter möglicher Investor meldet sich.

Der zahlungsunfähige Lübecker Flughafen erhält eine Gnadenfrist. Insolvenzverwalter Klaus Pannen darf ein Grundstück, das der Betreibergesellschaft gehört, verkaufen. Denn die Hansestadt verzichtet auf ihr Vorrecht, das Areal mit einem Einfamilienhaus an der Blankenseer Straße zu erwerben. Das beschloss der Hauptausschuss auf einer nicht öffentlichen Sondersitzung.

Das Immobiliengeschäft soll noch in diesen Tag besiegelt werden und 175000 Euro in die Konkursmasse der PuRen Germany bringen, sagt Pannen, „so dass eine Fortführung des Betriebs bis Mitte, Ende Mai gesichert ist“. Ohne den Grundstückverkauf hätte der seit langem defizitäre Regionalflughafen sehr bald schließen müssen, da er keine nennenswerten Einnahmen mehr hat. Wizz Air, seine einzig übrig gebliebene Linienfluggesellschaft, wird am Freitag (15. April) zum letzten Mal von der Startbahn abheben. Für die zurzeit 50 Angestellten ist dann kaum etwas zu tun. Über ihr Schicksal will sich Insolvenzverwalter Pannen noch nicht öffentlich äußern. „Natürlich wird man, wenn die Wizz Air nicht mehr fliegt, sich darauf einstellen müssen, aber wie das konkret aussieht, das kann ich im Augenblick noch nicht sagen“, erklärt Pannen.

Mit der Verlängerung des Betriebs gewinnt der Flughafen noch einige Wochen Zeit für die schwierige Suche nach einem Käufer. Sie zieht sich nunmehr seit über sechs Monaten in die Länge. Gerade in den letzten Tagen habe sich ein dritter Interessent gemeldet, der aus Deutschland stammt, teilt der Insolvenzverwalter mit.

Er zeigt sich optimistisch, bald eine Lösung präsentieren zu können: „Aus den bisherigen Verhandlungen habe ich die Zuversicht gewonnen, dass dieser Investor es ganz ernst meint und möglicherweise noch in der nächsten Woche ein Durchbruch erzielt werden kann.“ Die zwei anderen Investoren haben bisher, trotzt wiederholten Beteuerungen, noch kein Finanzierungskonzept für ihre Vorhaben vorgelegt.

Einer plant, in Blankensee Flugzeuge abzuwracken. Der andere, der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker, möchte den Flugbetrieb fortsetzen. SDF

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