Tierskandal: Minister soll handeln

In diesem Schuppen an der B76 in Timmendorfer Strand werden angeblich die verwahrloste Tiere gehalten. (HN)

Anwesen in Timmendorfer Strand war in die Schlagzeilen geraten.

Das Haustiermagazin „hundkatzemaus“ des Senders Vox wird viel geguckt, auch an der Ostseeküste. So sprach sich schnell herum, dass ein Beitrag von Anfang April aus Timmendorfer Strand stammt. Auch wenn in der Sendung nur von Schleswig-Holstein gesprochen wurde. Alarmiert von einem Tierschutzverein hatte sich Judith Pein, in der Sendung als Tierschutzaktivistin und Tierschutzdetektivin vorgestellt, auf den Weg ins Ostseebad gemacht.

Die Kamera zeigte einen verdreckten und vermüllten Schuppen, Enten in kleinen Drahtkäfigen, ein Kaninchen mit langgewachsenen Krallen, eine offenbar verletzte, zitternde Ziege und Tiere mit offenen Wunden. „Hier leiden Tiere seit Jahren, und das Veterinäramt macht nichts“, sagt Judith Pein in der Sendung. Tierschützer sollen bereits Strafanzeigen gegen Veterinäre und die Halterin gestellt haben. Nach Ausstrahlung der Sendung startet die Tierschutzaktivistin eine Petition auf der Online-Plattform change.org. Sie richtet sich an Minister Robert Habeck (Grüne) in Kiel und fordert „Tierleid in Timmendorfer Strand jetzt beenden!!!“ Mehr als 6000 Menschen unterstützen seitdem die Forderungen, dass die Tiere beschlagnahmt werden sollen.

Die schlimmen Bilder verbreiteten sich schnell in den sozialen Netzwerken. Weitere TV-Teams machten sich auf den Weg nach Timmendorfer Strand. Medienvertreter baten auch Timmendorfs Bürgermeisterin Hatice Kara um eine Stellungnahme. Stattdessen gab Hauptamtsleiter Martin Scheel eine Pressemitteilung der Gemeinde heraus. Timmendorf verweist darauf, dass die am 5. April in der Sendung veröffentlichten Aufnahmen im Dezember letzten Jahres aufgenommen worden seien. Sie entsprächen nicht mehr „den aktuellen örtlichen Gegebenheiten“. Die Amtstierärzte hätten seit November 2015 tierschutzrelevante Beeinträchtigungen und Erkrankungen „unter Einbeziehung der örtlichen Ordnungsbehörde“ dokumentiert und die Abstellung der jeweiligen Mängel veranlasst. „Die Halterin der Tiere war kooperativ und hat den Behörden jederzeit kurzfristigen Zugang gewährt“, heißt es in der Stellungnahme. „Bei der letzten Kontrolle durch das Veterinäramt am 24.03.2016 wurden keine tierschutzrelevanten Mängel festgestellt. Es werden auch zukünftig weiterhin regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden“. Auch die Tierschützer werden nicht nachlassen. HN

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